WILHELMSHAVEN - Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom armen Ritter Don Quichotte, der mit seinem Knappen Sancho Pansa gegen Windmühlenflügel kämpft. Und auch das Lied vom Wandern, das des Müllers Lust ist, dürfte wohl jedem bekannt sein. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, die belegen, dass Windmühlen ein prägender Bestandteil unserer Kulturgeschichte sind.
So auch die Kopperhörner Mühle am Mühlenweg, die heute mitten in der Stadt steht. So wie sie da steht, als Kappenwindmühle holländischer Bauart mit Galerie (Gallerieholländer) wurde sie 1839 gebaut – ist also älter als die sie umgebende Stadt selbst. Doch die Geschichte der Kopperhörner Mühle reicht sogar noch weiter zurück bis ins 16. Jahrhundert. Als Bockwindmühle wurde sie 1547 erstmals erwähnt.
Heute kümmert sich der Kopperhörner Mühlenverein um das denkmalgeschützte Bauwerk, das eine wechselvolle Geschichte hat. Am Pfingstmontag, 24. Mai, lädt der Verein zum Mühlentag ein, den die deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung in diesem Jahr zum 17. Mal veranstaltet. 230 Mühlen beteiligen sich im Bereich der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen daran. Schirmherr ist Ministerpräsident Christian Wulff.
Die Kopperhörner Mühlenfreunde unter ihrem 1. Vorsitzenden Rolf Lienau haben sich dieses Jahr die Wilhelmshavener Musikinitiative zur Programmgestaltung ins Boot bzw. in die Mühle geholt. Eröffnet wird der Mühlentag schon traditionell mit einem Freiluft-Gottesdienst um 11 Uhr an der Kopperhörner Mühle. Nach dem Gottesdienst führt der „Freiwillige Müller“ Hans Wolter Interessierte durch die Mühle und erklärt fachkundig, wie Mahlwerk, Aufzug und Antrieb funktionieren. Dazu gibt es unterhaltsame Geschichten rund um das Müllerhandwerk.
Ab 13 Uhr gibt es folkinspirierte Musik von „Rake the Fonts“ alias Karsten Hoeft. Zwei weitere Führungen durch die Mühle beginnen um 14 und um 16 Uhr. Dazwischen gibt es handgemachte Musik auf naturbelassenen Instrumenten von Akustik-Band „20 for the First“. Die jadestädtischen Musiker präsentieren ein abwechslungsreiches Repertoire aus selbst gemachten Liedern, Evergreens, Rock und auch Rap.
Bei Kaffee und Kuchen kann man den Darbietungen lauschen. André Schulze, Geschäftsführer der Musikinitiative, zeigte sich sehr angetan vom intimen Ambiente der Mühle, in der man sich übrigens auch trauen lassen kann.
„Kleine Lesungen, Konzerte oder auch Kunstausstellungen kann ich mir hier gut vorstellen.“ Dass in dem alten Gemäuer bautechnisch alles in Ordnung – sozusagen TÜV-geprüft – ist, dafür erhielt Rolf Lienau jetzt die schriftliche Bestätigung von der städtischen Tochter „Grundstücke und Gebäude der Stadt“. Bauingenieur Roland Tennié und seine Spezialisten hatten die Bausubstanz vor wenigen Tagen gründlich unter die Lupe genommen und für einwandfrei erklärt.
Die Sengwarder Mühle in der Onke-Straße 2 öffnet ab 11 Uhr ihre Türen.
Neben Führungen durch den einstöckigen Galerieholländer mit Steert werden auch Matjes, Grillwurst und selbstgebackener Kuchen angeboten.
