WILHELMSHAVEN - Nach 70 Jahren rückt das Ende der Kaserne Ebkeriege immer näher. „2016 ist nach jetzigem Planungsstand Schluss mit der militärischen Nutzung“, bestätigt Hans-Peter Harder auf Nachfrage dieser Zeitung. Dann soll das Marinemusikkorps in sein neues Gebäude im Marinestützpunkt umziehen. Harder, Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums (BwDLZ), weiter: „Mittlerweile haben wir die Bewachung durch Personal eingestellt.
Die Kaserne ist seit dem Spätsommer mit einer Schließanlage ausgestattet, jeder Nutzer hat eine Chipkarte für den Zugang.“ Als letzter „Bewohner“ ist das Marinemusikkorps Nordsee auf dem Gelände übrig geblieben. Und die Musiker nutzen lediglich eines von sieben U-förmigen Gebäuden. Das BwDLZ selbst unterhält dort noch eine kleine Werkstatt. „Außerdem werden die Sporthalle und Sportanlagen von diversen Dienststellen genutzt.“
Anfang des Jahres schien eine Wiederbelebung der alten Kaserne in Sicht: Das Logistikzentrum der Bundeswehr war kurz als neuer Nutzer im Gespräch – als Alternative zur Anmietung von Büroflächen im Roffhausener TCN. Rund 300 Mitarbeiter hätten hier einziehen sollen. Doch im Verteidigungsministerium entschied man sich gegen die Ebkeriege-Lösung, gegen die Sanierung einiger der maroden Gebäude.
Zwischenzeitlich habe es auch Überlegungen der Bundeswehr gegeben, etwa die Hälfte des Geländes zu verkaufen. Dabei ging es um eine am Bojenweg gelegene Teilfläche, sagt Hans-Peter Harder. Allein aus Sicht der Stadtentwicklung hatte daraufhin die Stadt Ende 2009 Interesse angemeldet.
Konkrete Pläne mit dem Grundstück habe es nicht gegeben, sagt Harald Witte, Abteilungsleiter bei der Grundstücke und Gebäude der Stadt Wilhelmshaven (GGS). Doch aus der Sache wurde nichts: der Bund zog seine Verkaufsabsichten dem Vernehmen nach zurück.
Über den Zustand der meisten Bauten in der Kasernenanlage, die schon lange leer stehen, darf man sich keine Illusionen machen. Während des Zweiten Weltkrieges waren 1940/41 die Gebäude in der Ebkeriege als Arbeiter-Unterkünfte vom Hafenbauressort der Kriegsmarinewerft errichtet worden. Nach Gründung der Bundesmarine zogen später Soldaten hier ein.
So war die Kaserne Ebkeriege dann fast 48 Jahre Heimat der ehemaligen „Freiwilligenannahmestelle der Marine“. Auch das Marine-Portepee-Unteroffizier-Korps hatte dort lange seinen „Traditionsraum“.
Ende des Jahres 2008 zog das Zentrum für Nachwuchsgewinnung der Marine in den Stützpunkt Heppenser Groden. Der Anfang vom Kasernen-Ende.
