WILHELMSHAVEN - Das „Flaggschiff des Wilhelmshavener Musiklebens“, wenn nicht des Kulturlebens überhaupt, so Kulturdezernent Dr. Jens Graul, die städtischen Sinfoniekonzerte, haben sich künstlerisch und zahlenmäßig positiv entwickelt. Dieses Fazit zogen am Donnerstag kurz vor dem 8. und letzten Konzert der Saison Dr. Graul und der künstlerische Leiter der Sinfoniekonzerte, Professor Thomas Albert.

Die Konzerte in der Stadthalle seien „ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt“, sagte Albert, „und eines Oberzentrums würdig: Oldenburg hat so etwas nicht.“ Der Intendant der Landesbühne, Gerhard Hess, bei dessen Mitarbeiterstab Teile der Organisation liegen, zeigte sich glücklich, „dass es gelungen ist, neue Akzente zu setzen.“

Als äußerst geglückt bezeichnete Prof. Albert die Kooperation mit dem Sponsor Nordfrost. Das Unternehmen mit seiner „großen internationalen Ausstrahlung“ habe es verstanden, deutlich zu machen, „dass es sich hier lohnt zu leben“. Britta Heine, die Tochter des Firmengründers Horst Bartels, erzählte, dass Prof. Albert „die Vision bei meinem Vater entfacht hat“. Es sei ihrem Vater ein Anliegen, vielen Menschen „in Wilhelmshaven und Friesland Freude zu stiften“.

Zum Erfolg der vergangenen Saison hätten, so Musikfest-Mitarbeiter Jan-Hendrik Meyer, einige neue Ansätze beigetragen. Die Programm-Einführungen mit Dr. Joachim Losehand vor dem Konzert würden von bis zu 120 Besuchern wahrgenommen, zahlreiche Musiklehrer hätten ihre Schüler zum Konzertbesuch animiert. In einem Konzert seien sogar 70 Schüler gewesen.

Als „längst überfällig“ bezeichnete Dr. Graul die von Albert geplante Gründung eines Fördervereins, eines Konzertvereins.

Schließlich richtete Albert den Fokus auf die kommende Saison. Befeuert von der Überzeugung, dass es sich lohne, das Publikum „zu fordern und seine Neugier zu befriedigen“, habe man ein international geschärftes Profil an Ensembles, Dirigenten und Solisten zusammengestellt. Darunter seien zahlreiche Echo-Klassik-Preisträger.

Im einzelnen erwähnte er Frans Brüggen, den Gründer des Orchesters des 18. Jahrhunderts, das eines der ersten „Original-Klang-Orchester“, gewesen sei, das „Wahnsinnstalent“ Giuliano Sommerhalder (Trompete), erzählte, dass man mit der berühmten So­pranistin Christiane Oelze in Verhandlung stehe und unter den Starsolisten Sabine Meyer (Klarinette) und Renaud Caupucon, der zu den Top-Ten der Geigerzunft zähle, seien.