WILHELMSHAVEN - Meine 13. Spielzeit als Intendant der Landesbühne war meine künstlerisch beste, freuen wir uns auf die 14. Spielzeit. Mit diesem optimistischen Satz eröffnete Landesbühnenintendant Gerhard Hess am Freitag die Vorstellung des Spielplans für die Spielzeit 2011/12. Sie beginnt am 17. September im Stadttheater mit Ferenc Molnars fantastischem Stück Liliom in der Inszenierung von Gerhard Hess. Und sie endet am 5. Mai mit der Uraufführung von Die Jüdin von Toledo von Kristo Sagor nach dem gleichnamigen Roman von Lion Feuchtwanger. Auch hier führt Gerhard Hess Regie.
Aus persönlicher Überzeugung und weil es gefragt ist, wie eine Umfrage ergeben habe, setzt Intendant Hess in der kommenden Spielzeit wie immer, auf eine ganz breite Mischung.
Das sind die klassischen Klassiker wie Der zerbrochne Krug von Kleist den Dorfrichter spielt Thomas Hary , Shakespeares Romeo und Julia (beides inszeniert Olaf Strieb im Großen Haus) und Goethes Iphigenie auf Tauris im Studio. Hier führt Jan Steinbach Regie, der bekanntlich für die Studio-Inszenierung von Stella für den Deutschen Regiepreis 2010 nominiert war.
Neben Dario Fo ist für Hess Edoardo Erba der wichtigste zeitgenössische Autor Italiens. Dessen Stück Verkäufer, das von den Marktmechanismen handelt, kommt als Deutschsprachige Erstaufführung am 29. Oktober heraus. Regie: Jan Steinbach.
Woyzeck-Darsteller Axel-Julius Fündeling inszeniert Arsen und Spitzenhäubchen, und Olaf Strieb My Fair Lady voraussichtlich mit Lisenka Kirkcaldy als Eliza. In der Chronologie die Erste Uraufführung der Spielzeit ist das Stück Bilal, das Peter Höner nach einer aufsehenerregenden Reportage von Fabrizio Gatti über afrikanische Flüchtlinge auf Lampedusa schrieb (Regie: Eva Lange).
Wilhelm Tell-Regisseur Christian Hockenbrink inszeniert von Samuel Beckett, dem Meister des absurden Theaters, und scheinbar passend zum Fukushima-Drama das Endspiel.
Freuen darf man sich auch auf Christoph Sommer in der Rolle das Adam Schaf in Georg Kreisler schwarzem Musical Adam Schaf hat Angst (Studiostück). Es inszeniert der Meta-Regisseur Ingo Putz.
Gut gegen Nordwind, ein Stück von Daniel Glattauer und Ulrike Zemme nach einem Bestseller von Glattauer, ist eine berührende Geschichte über einen durch Zufall entstandenen E-Mail-Verkehr. Andreas Ingenhaag (Adrian der Tulpendieb) führt in diesem Studiostück Regie. Als letztes Studio-Stück kommt die Junk-Oper Shockheaded Peter (Regie: Olaf Strieb) nach Motiven aus Struwwelpeter zur Aufführung.
