Oldenburg/Hannover - Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) schlägt Alarm. Mit einer „dringenden“ Forderung hat sich der Landesverband Niedersachsen am Mittwoch an die Landesregierung gewandt: den Polizeiberuf attraktiver zu machen.

Anscheinend werde es schwieriger, so die DPolG, Nachwuchs zu finden. Sorgen bereiten vor allem abgesenkte Bewerber-Voraussetzungen: Bisher musste ein Realschüler in Deutsch und Mathe mindestens die Note drei vorweisen. Doch bis Dienstag stand auf der Homepage der Polizeiakademie, dass in Deutsch eine Vier genüge; von Mathe war nicht einmal mehr die Rede. Am Mittwoch hieß es plötzlich, die Mindestschulnoten würden noch festgelegt.

Auf Nachfrage der NWZ  hieß es beim Innenministerium, es handle sich um ein „bedauerliches Büroversehen“. Und weiter: „Nach hiesiger Einschätzung ist nicht davon auszugehen, dass Anforderungen im schulischen Bereich nach unten korrigiert werden sollten beziehungsweise müssen. Die konkreten Gespräche dazu bleiben natürlich noch abzuwarten.“

„Eine Absenkung der Voraussetzungen darf es nicht geben“, sagt Dietmar Schilff, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), gegenüber der NWZ . Die GdP warne schon lange vor den Folgen der demografischen Entwicklung. Die Zahl der Bewerber gehe kontinuierlich zurück. 2013 und 2012 seien 680 für das Studium eingestellt worden – 2013 handelte es sich bei 226 von ihnen um Nachbesetzungen. Die ursprünglich Angenommenen hatten abgesagt, um zum Beispiel zu Polizeien anderer Länder zu gehen. Schilff: „Die Polizei Niedersachsen benötigt dringend mehr als 700 Neueinstellungen jährlich, damit die Pensionierungen ausgeglichen werden können.“