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NWZonline.de Region

Neubau „Bonn“ kommt endlich in Fahrt

16.02.2013

Wilhelmshaven /Emden Wenn alles gut läuft die nächsten Tage, startet die „Bonn“ am Dienstag zu ihrer ersten Probefahrt. „Wir sind froh, dass es endlich los geht. Bei der See-Erprobung wollen wir uns mit unserem tollen Schiff vertraut machen“, sagt Korvettenkapitän Stefan Klatt, der Erste Offizier des jüngsten Einsatzgruppenversorgers.

Unter anderem stehen Geschwindigkeitstests im Oslofjord an. „Bei Wassertiefen bis zu 300 Metern sowie geringen äußeren Einflüssen herrschen im Fjord optimale Bedingungen.“ Nach den Erfahrungen mit den ersten beiden Schiffen des Typs hat man die „Bonn“ mit Antriebsdieselmotoren von MTU (statt MAN) ausgerüstet. Die passen besser zu den Fahrprofilen von Kriegsschiffen und sollen auch für die geforderten 20 Knoten gut sein, heißt es.

Erst am 5. Februar ist die Besatzung an Bord eingezogen. Dabei ist längst noch nicht alles fertig. Nun versuchen die Soldaten, sich zwischen den überall laufenden Arbeiten und Werftarbeitern einzuleben. Das wirkt schon absurd, als die Soldaten den Seebetrieb mit „Feuer im Schiff“ in voller Montur üben und zwischen ihnen Arbeiter weiter an Anlagen schrauben oder Kabel verlegen.

„Wir werden nächste Woche mit rund 120-köpfiger Besatzung zur See fahren“, sagt Klatt, „haben allerdings 224 Leute an Bord. Darunter Werftmitarbeiter und die Abnahmekommission der Wehrtechnischen Dienststelle 71.“ Denn noch sind die Soldaten nicht Herr im Haus, fährt die „Bonn“ unter Werftflagge. Mit neun Monaten Verspätung könnte das Schiff im Sommer in Dienst gestellt werden.

Vier Werften hatten sich zur Arbeitsgemeinschaft (Arge) für den Bau des dritten Einsatzgruppenversorgers zusammengeschlossen: Lürssen Werft, Flensburger Schiffbaugesellschaft, Thyssen-Krupp Marine Systems Emden sowie Peene-Werft Wolgast der P+S Werften GmbH (inzwischen insolvent). In Emden waren die Komponenten zusammengebaut worden. Offensichtlich haben Abstimmungsprobleme innerhalb der Arge zu Mängeln und Verzögerungen geführt. So gab es technische Probleme mit der Lüftung an Bord; in der Kombüse sind sie bis heute nicht gelöst. Inoffiziell ist zu hören, dass inzwischen sehr professionell und mit großem Nachdruck an der Fertigstellung der „Bonn“ gearbeitet werde.

Dabei ist das System mit 350 Millionen Euro deutlich teurer als die Vorgänger „Berlin“ und „Frankfurt am Mainz“ (etwa 200 Mio.). Doch mit der Indienststellung des neuen Versorgers wird dem Bund nicht nur ein komplettes Ersatzteilpaket für das Schiff zur Verfügung stehen, sondern auch alle technischen und logistischen Informationen bzw. Dokumentationen elektronisch übergeben – das nennt man „Herstellung der Versorgungsreife und ist ein nicht unerheblicher Kostenanteil.

„Außerdem sind in die ,Bonn‘ zahlreiche Veränderungen und Verbesserungen eingeflossen“, sagt Stefan Klatt. Neben den Motoren sind das die verbesserte Führungsfähigkeit (u.a. Kommunikation und Lagebilddarstellung), ein erweiterter Sanitätsbereich sowie ein leistungsfähigeres Hubschrauberleitsystem. Das Landedeck sei dabei ebenso verstärkt worden wie der Bug. „Und wichtig in einem Verband: Die mögliche Beladung zur Versorgung anderer Einheiten ist bei uns höher als bei den Vorgängern – das erhöht die Seeausdauer.“

Eins jedoch kann Klatt nicht sagen: Wann die 174 Meter lange „Bonn“ zum ersten Mal in Wilhelmshaven festmachen wird.

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