NELLINGHOF - Die „Rettarena“ bietet 70 Möglichkeiten, Unfälle zu simulieren. Gester wurde der Schlüssel übergeben.

von bodo meier

NELLINGHOF - Ab sofort ist eine an der Realität orientierte Rettungs-Ausbildung in der neuen „Rettarena“ im Malteser Schulungszentrum Nellinghof möglich. Zur Einweihung der 500 Quadratmeter großen Halle kamen gestern 130 Gäste aus dem Rettungswesen, der Politik, dem Handwerk und der Kirche sowie Nachbarn in die neue Trainingshalle.

„Jetzt können wir die Lehrgangsteilnehmer besser sensibilisieren für die Gefahren an einer Unfallstelle“, so Dr. Klaus Runggaldier, Leiter des Zentrums. Damit werde die Qualität der Aus- und Weiterbildung „zum Wohle des Patienten“ gesteigert. Als weitere positive Aspekte nannte der Hausherr das Steigern der Attraktivität und der Freude am Beruf.

Eindrucksvoll erlebten die Gäste die Möglichkeiten in der Halle an zwei Demo-Beispielen: Ein Motorrad braust in die Ortschaft Nellinghof bei Neuenkirchen, Reifen quietschen, ein dumpfer Knall: Eine junge Frau ist mit ihrer Maschine gegen einen Baum geprallt. Im Halbdunkel sieht alles realistisch aus, als Rettungsassistent Alexander Rosenmeyer und Sanitäter Lars Fangmeier die Unfallstelle erreichen. Routiniert gehen sie ihrer Arbeit nach, gefilmt von Kameras. Im Hörsaal können weitere Lehrgangsteilnehmer das Geschehen verfolgen. „Auch eine Manöverkritik ist mit Hilfe der Aufzeichnungsgeräte möglich“, so Runggaldier.

Nach der Begrüßung durch den Landesgeschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes im Offizialatsbezirk Oldenburg Sebastian Kliesch übergab Franz-Josef Kreinest stellvertretend für die Bauausführenden ihm und dem Hausherrn einen symbolischen Schlüssel für den 300 000 Euro teuren Neubau. Eingesegnet wurde die Halle von den Pfarrern Helmut Middendorf (kath.) und Jens Möllmann (ev.).

Zum Abschluss demonstrierte das Höhenrettungsteam das Bergen eines Verletzten aus einer zirka fünf Meter tiefen Baugrube. Weitere Fallbeispiele, die in der Halle und in einer intrigierten Trainingswohnung geübt werden können, sind ein Notfall im Pflegeheim, eine bewusstlose Person in der Badewanne, Verbrennungen in einer Grillhütte, Sturz vom Baugerüst oder auch ein Herzinfarkt im Lkw. Lärm, Dunkelheit oder Rauch und Gasgeruch können den Stress für die Retter am „Unfallort“ in der Halle steigern. Insgesamt sind 70 Szenarien möglich.