Hannover - Personeller Wechsel an der Spitze der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag. Nach der Wahl von Klaus Wichmann zum Fraktionsvorsitzenden präsentierte die Fraktion am Mittwoch Jens-Christoph Brockmann als neuen Parlamentarischen Geschäftsführer. Der 36-jährige Ex-Soldat sei sein Wunschkandidat gewesen, sagte Wichmann, und einstimmig gewählt worden. Wichmann (59) wurde Dienstag zum Nachfolger von Stefan Marzischewski gewählt. Er habe den Fraktionsvorsitz aus persönlichen Gründen abgegeben, hieß es. Marzischewski werde Landtagsabgeordneter bleiben.
Wichmann ist seit 2017 Abgeordneter der Rechtsaußenpartei; Brockmann sitzt seit 2022 im Parlament und war stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Der neue Geschäftsführer ist seit 2016 Mitglied des Kreistags im Landkreis Celle und seit 2021 Mitglied des Gemeinderats von Südheide. Vor seiner Wahl in den Landtag war Brockmann Büroleiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Thomas Ehrhorn (Celle). Die AfD-Fraktion im Landtag hat 17 Mitglieder und ist somit die kleinste Landtagsfraktion hinter den Grünen (24), der CDU (47) und der SPD (57).
Erst kürzlich hatte Josef Rakicky die Fraktion verlassen, weil eine Kampfabstimmung um das Amt des gesundheitspolitischen Sprechers gegen Delia Klages verloren hatte. Wichmann sagte dieser Redaktion, Berichte über einen angeblichen Streit in der Fraktion seien „schlicht unwahr“. Nach dem Austritt Rakickys aus der Fraktion gehe es „normal weiter“.
Nach seiner Wahl zum Fraktionschef werde sich inhaltlich kaum etwas ändern. „Wir wollen vor allem eine klare Spreche sprechen“, sagte Wichmann. Das Thema Migration werde weiterhin wichtig sein. Und die Fraktion werde „alles sehr kritisch begleiten, was zu Lasten der Bevölkerung passiert.“ Erneut versuchte Wichmann das „Potsdamer Treffen“ herunterzuspielen, bei dem offenbar über die Vertreibung von Migranten beraten wurde. „Das Ding hatte keine Partei-Relevanz“, sagte Wichmann. Die AfD beschließe ihre Programme auf Parteitagen und nicht auf Privattreffen. Bei der Veranstaltung in Potsdam seien „verschiedenste Leute“ gewesen, so Wichmann, auch CDU-Politiker und andere. „Ich wäre da nicht hingefahren.“ Und er müsse sich auch nicht mit Leuten wie den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner beraten.
