Hannover - Der ehemalige Fernsehjournalist Armin-Paul Hampel bleibt trotz Gegenwindes aus der eigenen Partei Chef der niedersächsischen AfD. Er erhielt am Sonntag auf dem Landesparteitag in Hannover-Misburg 214 von 379 gültigen Stimmen, wie eine Vertreterin der Partei am Sonntag sagte – rund 56 Prozent. Damit ist er für weitere zwei Jahre gewählt. Seine wichtigste Gegenkandidatin, die 49-jährige Vorsitzende des Göttinger Kreisverbands, Dana Guth, bekam 23 Prozent. Der dritte Kandidat, Siegfried Reichert aus Hannover, erhielt 21 Prozent der Stimmen. Medienvertreter blieben von dem zweitägigen Parteitag für die gesamte Veranstaltung ausgeschlossen.
Zuletzt war Hampel von Kritikern aus der Partei ein autoritärer Führungsstil vorgeworfen worden – ein Vorwurf, der auch am Wochenende erneuert wurde. Hampel reagierte auf entsprechende Fragen der ausgesperrten Journalisten ausweichend und sprach von „Maulwürfen“, die die Partei unterwandern wollten. „Das hat sich auf diesem Parteitag auch wieder gezeigt“, sagte Hampel, ohne konkrete Namen zu nennen. Intern habe er sie aber namentlich benannt.
Hampel wertete sein Ergebnis mit Hinweis auf die Gegenkandidaten als persönlichen Erfolg. Es gelte nun, die Wähler mit Inhalten zu überzeugen und sich für den Wahlkampf zu rüsten.
„Die bürgerliche Mitte ist jetzt aufgerieben“, meinte Holger Pieters, AfD-Kreistagsmitglied aus Leer. Er beklagte, dass es auf dem Parteitag kaum um Inhalte gegangen sei und eine Aussprache kaum stattgefunden habe.
