Großenkneten - Früh zeichnete es sich am Wahlabend ab, um 21.35 Uhr war es am Sonntagabend amtlich: Mit der AfD sitzt künftig eine weitere Partei im Rat der Gemeinde Großenkneten. Mit 8,85 Prozent gelang es der erstmals angetretenen Partei, aus dem Stand heraus drei Sitze zu erhalten. Alle anderen Parteien mussten Verluste unterschiedlichen Ausmaßes hinnehmen. Die Gruppe CDU/FDP hat ihre bisherige absolute Mehrheit im Rat verloren. Sie kommt künftig auf 15 Sitze. Die Mehrheit liegt in dem 31 Mitglieder umfassenden Rat (einschließlich Bürgermeister Schmidtke) bei 16.

Mit 36,53 Prozent bleibt die CDU mit Abstand stärkste Kraft. Sie büßte gegenüber 2011 lediglich 0,4 Prozent ein, was sie aber im verkleinerten Rat einen Sitz kostete (nunmehr elf). Fraktionschef Ralf Martens zeigte sich in der ersten Reaktion mit dem Ergebnis „zufrieden“. Er lobte den fairen Wahlkampf aller Fraktionen im Rat: „Es gab keine Schlammschlacht.“

Mit 3,4 Prozent verlor die SPD deutlicher. Mit 27,67 Prozent hat sie künftig acht Sitze und damit zwei weniger als bisher. Fraktionschef Hartmut Giese war gleichwohl nicht geknickt. „Das Abschneiden der AfD war zu erwarten“, sagte er . Er begrüßte es, dass keine Partei eine absolute Mehrheit habe, was die Zusammenarbeit fördern werde.

Für die FDP ging es um einen Prozentpunkt zurück auf jetzt 14,16 Prozent. „Glücklich bin ich nicht“, stellte FDP-Fraktionschefin Imke Haake klar. Schließlich habe die Fraktion einen Sitz verloren. Angesichts der guten Arbeit vor Ort habe sie mehr erwartet.

Vierte Kraft im Rat bleibt die neue Wählgemeinschaft Kommunale Alternative (KA)/Unabhängige. Sie holte 11,70 Prozent. Die Zahlen zu 2011 sind nur bedingt zu vergleichen. Damals kamen die KA sowie die Einzelbewerber Carsten Grallert und Henrik Abeln (die sich später zu den Unabhängigen zusammenschlossen), auf 16,7 Prozent (davon KA 10,8 Prozent). Grallert kandidierte nun mit der KA zusammen, Abeln trat nicht wieder an. KA-Fraktionschef Axel Janßen zeigte sich nicht zufrieden. Mit vier Kandidaten habe man letztlich den Stand von 2011 nur gehalten, hatte er sich mehr erhofft. Grallert zeigte sich vor dem Hintergrund der Verkleinerung des Rates zufrieden, zumal die Gruppe keine Kandidaten in Ahlhorn gehabt habe.

Fünfte Kraft ab November ist der Neuling, die AfD. Aus dem Stand holte sie 8,85 Prozent, querbeet verteilt im Gemeindegebiet. „Wir haben mit dem Ergebnis gerechnet“, so Herbert Sobierei in einer ersten Reaktion. Andere AfD–Kandidaten äußerten sich zufriedener.

Die Piraten spielten mit 1,05 Prozent keine Rolle.

Enttäuschend fiel die Wahlbeteiligung aus. Sie rutschte auf 54,15 Prozent ab.

Ulrich Suttka
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