Osnabrück - Niedersachsens Sozialminister Cornelia Rundt (SPD) hat den Fachkräftemangel in der Pflege als „das große Thema der Zukunft“ bezeichnet. Bedingt durch die zusätzliche soziale Versorgung von Flüchtlingen sei dieser früher eingetreten als erwartet, sagte sie am Mittwoch in Osnabrück. Als Maßnahme der Landesregierung kündigte sie wirtschaftliche Anreize für Ausbildungsbetriebe an. Es könne nicht sein, dass Pflegeeinrichtungen, die eine Personalausbildung verweigerten, besser gestellt seien. „Dieser Trittbrettfahrerei muss ein Ende gesetzt werden“, sagte sie auf der Mitgliederversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Altenpflege der Caritas.
Rundt verteidigte auch die Pläne des Bundes für eine generalistische Ausbildung in der Pflege. Dabei sollen die bisher getrennten Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einer einzigen mit einheitlichem Berufsabschluss zusammengeführt werden. Bereits jetzt seien über 90 Prozent der Ausbildungsinhalte identisch. Profiteure von umfassend ausgebildetem Personal wären auch ambulante, teilstationäre Einrichtungen sowie die alternativen Wohnformen.
Die Attraktivität des Berufsbildes sei zu stärken, sagte Rundt. Dazu gehöre auch eine einheitliche Bezahlung in allen Pflegeformen. Derzeit verdienten in Niedersachsen Altenpfleger bis zu 27 Prozent weniger als Krankenpfleger. Durch eine generalistische Ausbildung sei eine Angleichung möglich. Die LAG Altenhilfe der Caritas vertritt in Niedersachsen 180 stationäre, teilstationäre und ambulante Einrichtungen.
