Wenn es noch eines Zeichens bedurft hätte, wie die Lage in Afghanistan wirklich ist, die Taliban haben es mit ihrem Angriff auf ein Luxushotel gegeben. Obwohl das Haus schwer bewacht war, gelang es den Kämpfern, großes Leid anzurichten. Zwar lobte die Isaf den Einsatz der afghanischen Sicherheitskräfte, doch klingt das wenig überzeugend. Schließlich konnten erst zu Hilfe gerufene Soldaten der internationalen Schutztruppe die Angreifer ausschalten.

Der Fall macht eines klar: Die nationalen Truppen können nicht für die Sicherheit im Land sorgen – nicht in Kabul und schon gar nicht außerhalb der Hauptstadt. Ob das im Jahr 2014, wenn die letzten ausländischen Soldaten abziehen sollen, anders sein wird? Die Zweifel sind groß. Dennoch: Am Abzugsdatum wird sich nichts ändern. US-Präsident Obama hat seinem Volk quasi versprochen, seine Soldaten zurückzuholen; andere Nationen werden den Kampf am Hindukusch nicht alleine fortführen.

Hermann Gröblinghoff
Hermann Gröblinghoff Politikredaktion (Newsdeskmanager)