Der Anschlag war heimtückisch, menschenverachtend und erfolgreich. Wieder gelang es den Taliban, die begrenzten Möglichkeiten der Schutztruppe und das Risiko der aktuellen Strategie in Afghanistan drastisch aufzuzeigen. Zu betrauern sind die Opfer, darunter die beiden tödlich verletzten Bundeswehrsoldaten sowie deren Angehörige. Weit weg vom Ort des Anschlags stellen sich die Menschen die besorgte Frage, ob wirklich alles zur Sicherheit der eingesetzten Soldaten getan wird.
Doch zum sogenannten Partnering gibt es keine Alternative, soll der Abzug bis zum Jahr 2014 gelingen, ohne das Land wieder der Anarchie zu überlassen. Immerhin gelang es, eine afghanische Truppe mit 170 000 Mann auszubilden. Bis Ende des Jahres sollen 134 000 einheimische Polizisten einsatzfähig sein früher als geplant. Ein Erfolg.
Ein Skandal ist indes, dass die Bundeswehrsoldaten wegen deutscher Datenschutzrichtlinien auf ein System verzichten müssen, das die Amerikaner mit Erfolg praktizieren. Dabei werden von afghanischen Soldaten Fingerabdrücke und Iris-Merkmale gespeichert. So lassen sich Verdächtige schneller identifizieren und von Sicherheitszonen fernhalten. Datenschutz: Absurdistan in Afghanistan.
