Hannover - Im seit Jahrzehnten SPD-regierten Hannover will die CDU die Oberbürgermeisterwahl mit einem Außenseiter gewinnen. Sie tritt mit dem prominenten hannoverschen Rechtsanwalt Matthias Waldraff an. Waldraff sei ein Top-Kandidat, der anders als die bisherigen Mitbewerber keine typische Parteibuchkarriere durchlaufen habe, sagte Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer am Freitag. Denn kommunalpolitische Erfahrung hat er bislang nicht. Vielmehr handele es sich bei Waldraff um eine eigenständige, mitunter kantige Persönlichkeit, die über die Politik hinaus in alle Bereiche der Stadtgesellschaft wirken könne. Über seine Nominierung entscheiden die Mitglieder am 15. März.

Waldraff hat sich in spektakulären Fällen wie der wegen mehrfachen Totschlags angeklagten Krebsärztin Bach, dem in der Türkei wegen des Verdachts des Missbrauchs inhaftierten Jugendlichen Marco und im Doppelmord-Prozess im Fall Gaucke einen Namen gemacht.

Die Neuwahl ist nötig, weil nach dem Sieg von Rot-Grün bei der Landtagswahl Hannovers bisheriger OB Stephan Weil (SPD) Ministerpräsident wurde. Für die SPD geht der frühere Landtagsfraktionschef Stefan Schostok ins Rennen. Wenn die neue Landesregierung allerdings die von Schwarz-Gelb abgeschaffte Stichwahl bis zum September noch nicht wieder eingeführt hat, wollen die Grünen sich noch mit der SPD über ihre Kandidatur beraten.