Seit deutlich wurde, dass die Kernschmelze von Fukushima auch fernab in Deutschland Wahlen entscheiden kann, überbieten sich die Politiker in der Republik darin, wer am schnellsten die führende Anti-Atom-Partei wird. Man will sich so vor den politischen Strahlen schützen, die das Klima in der Gesellschaft kontaminieren.
Fast zwei Drittel der Deutschen sind bereit, mehr Geld für Strom zu bezahlen, wenn dafür aus der Kernenergie ausgestiegen wird. Die Stimmung im Lande wird von einer Mehrheit geprägt, der die Atomenergie zu gefährlich geworden ist. Man kann darüber streiten, ob diese Angst irrational ist, aber niemand kann sie wegdiskutieren.
Bundeskanzlerin Angela Merkel bietet jetzt Gespräche mit allen Parteien und der Kirche an. Sie tut wahrscheinlich gut daran, will sie die nächsten Monate politisch überstehen. Ihr Partner bei der Rücknahme des rot-grünen Atomausstiegs, FDP-Chef Guido Westerwelle, wird eines seiner zwei politischen Ämter verlieren. Die CDU-Parteivorsitzende will sein Schicksal auf keinen Fall teilen.
