Auch alte Kapitäne machen gelegentlich neue Erfahrungen. „Im offenen Boot über die Nordsee, das hab’ ich noch nie gemacht“, meinte Gerhard Oltmanns, als er in dieser Woche das ausgemusterte Börte-Boot „Liebe“ erst von Helgoland an die Küste und dann von Hooksiel aus sicher in den Oldenburger Hafen gesteuert hatte. Dabei sei der erste Teil der Fahrt noch der angenehmere gewesen.
Der 71-Jährige stammt aus der früheren Kapitäns-hochburg Barßel. Er studierte in Elsfleth Nautik, fuhr erst für deutsche Reeder, wechselte dann zu den Amerikanern. Anfang der Sechziger Jahre erwischte ihn vor Kanada ein gerissenes Seil an den Beinen. In der Rehabilitation gab man ihm den Rat, sich eine „sitzende Tätigkeit“ zu suchen.
Oltmanns machte in Oldenburg eine Fahrschule auf und – weil er von der See nicht lassen mochte – eine Wassersportschule gleich mit dazu. Später (die Verletzungen waren ausgeheilt) sprang er mitunter als Kapitän bei deutschen Reedereien als Urlaubsvertretung ein, der Schwerpunkt aber blieb bei der Ausbildung.
Über seine Wassersportschule kam der Vater einer Tochter auch in Kontakt mit den Käufern der Börte-Boote und künftigen City-Fähren-Betreibern: „Die haben alle bei mir den Sportbootführerschein gemacht.“
Keine Frage also, dass er sie bei Auswahl („von Barkassen abgeraten“), Kauf und Überfahrt unterstützte. Denn die Zukunft des Oldenburger Hafens liegt ihm „sehr am Herzen“. ex
Gerhard Oltmanns
Kapitän
