Die Lage in Libyen ist geradezu ein Musterbeispiel an Eindeutigkeit im Vergleich mit den Zuständen in Syrien, wo Präsident Assad und seine alawitische Entourage sunnitischen Aufständischen gegenüberstehen. Gegen Letztere wiederum arbeitet die schiitische Hisbollah, die ihrerseits wie auch Syrien vom Iran massiv unterstützt wird. Die palästinensische Hamas andererseits lange eng verbunden mit der Hisbollah steht nun in erklärter Gegnerschaft zu Syrien, auch wegen ihrer engen Beziehungen zur ägyptischen Muslimbruderschaft, deren syrischer Ableger ja gerade den Aufstand gegen Assad vorantreibt.
Alles klar noch so weit?
Angesichts einer derart heiklen Gemengelage mit enormen geopolitischen Auswirkungen wäre ein direktes Eingreifen etwa der NATO ein völlig unkalkulierbares Risiko. Was bleibt, ist eine Politik der winzig kleinen Schritte. Am ehesten könnte vielleicht die Türkei, wichtiger Nachbar Syriens, als angesehener und unverzichtbarer Mittler und Makler in der Region Einfluss nehmen. Schon in Libyen gab es keine einfache Lösung, für Syrien indes existiert derzeit nicht mal eine komplizierte Variante.
