Den Oppositionellen in Tunesien und Ägypten hat die Weltgemeinschaft artig applaudiert, nachdem die Despoten zum Teufel gejagt waren. Der Beifall kostete ja nichts. In punkto Libyen hat man sich immerhin darauf geeinigt, die Rebellen aus der Luft zu unterstützen. Viel mehr wird es nicht geben. Die Aufständischen in Syrien wären schon froh, wenn sie so viel Hilfe überhaupt hätten. Wie es aussieht, wird die so bald aber nicht kommen, obwohl Präsident Assad gerade dabei ist, sein Volk zu massakrieren.

Der Grund ist simpel: Niemand weiß, was nach einem Umsturz von Syrien zu erwarten ist. Ein Umsturz käme – paradoxer geht es ja kaum – sowohl den an Machtbalance (mag sie auch noch so labil sein) interessierten USA und Israel als auch Iran ungelegen. Das Terrorregime in Teheran braucht Syrien als regionalen Vorposten und Brücke zu Hisbollah und Hamas. Im Nahen Osten, wo Veränderung so dringend Not täte, sind die Beteiligten seit Jahrzehnten vor allem darum bemüht, dass alles so bleibt, wie es ist.