BAD MüNDER - BAD MÜNDER/DPA - Ein katholischer Pfarrer aus Bad Münder hat gestanden, einen Jugendlichen sexuell missbraucht zu haben. Der 51 Jahre alte Geistliche wurde suspendiert. Er gab zu, sich vor mehr als 20 Jahren in seiner damaligen Gemeinde an einem 17-Jährigen vergangen zu haben. Das Opfer habe den Vorfall vor einigen Monaten seinem Therapeuten geschildert, sagte der Sprecher des Bistums Hildesheim, Michael Lukas, am Montag. Nach seiner Darstellung kann der Pfarrer strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden, weil die Tat verjährt ist.
„Die Menschen in unserer Gemeinde sind tief betroffen“, sagte der Gemeinderatsvorsitzende Hermann Wessling in Bad Münder. „Der Pfarrer war hier sehr beliebt.“ Nach Kenntnis des Bistums hat er sich während seiner fünfjährigen Amtszeit in Bad Münder keiner Vergehen schuldig gemacht. In welcher Gemeinde der Pfarrer den 17-Jährigen missbraucht hatte, wollte der Bistumssprecher nicht sagen.
Der bischöfliche Beauftragte für sexuellen Missbrauch durch Geistliche im Bistum Hildesheim, Werner Holst, ließ die Vorwürfe gegen den Geistlichen prüfen. Der Therapeut des Opfers hatte sich an das Bistum gewandt. Nach dem Geständnis des 51 Jahre alten Pfarrers werde nun darüber entschieden, welche Konsequenzen sich für den Seelsorger ergeben, sagte Holst. „Sexueller Missbrauch von Kindern gleicht einem Seelenmord.“ Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Jahr 2002 Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in den eigenen Reihen aufgestellt. Damit reagierten die Bischöfe auf Vorwürfe, sie gingen zu lax mit Verdachtsfällen um.
Der Priester aus Bad Münder wurde am vergangenen Freitag seiner Ämter enthoben. Nach Angaben des Bistums soll ein Geistlicher aus Hameln nun die Pfarrgemeinde verwalten. Zudem würden ihn Priester aus der Nachbarschaft unterstützen.
