BAD ZWISCHENAHN - Die Führung des Roten Kreuzes tagt in Bad Zwischenahn. Sie berät dort auch über ein Zukunftsprogramm.

Von Thomas Hellmold

BAD ZWISCHENAHN - Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Dr. Rudolf Seiters, unterstützt die Pläne der Bundesregierung, das Gemeinnützigkeitsrecht zu reformieren. Spenden steuerlich zu fördern und das Bescheinigungsverfahren zu entbürokratisieren, sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Seiters am Donnerstag in Bad Zwischenahn. Dort tagen noch bis heute Präsidium und Präsidialrat der gemeinnützigen Hilfsorganisation.

Als große Chance für junge Menschen bezeichnete Seiters ein Modellvorhaben der Bundesregierung, das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) um einen Freiwilligendienst in Entwicklungsländern zu erweitern. Das Entwicklungshilfeministerium plant zunächst eine dreijährige Pilotphase, in der junge Erwachsene von 18 bis 28 Jahren mit Abitur oder vergleichbarem Abschluss sich um einen solchen Auslandseinsatz bewerben können. Dessen Laufzeit soll flexibel zwischen drei und 24 Monaten betragen und mit monatlich 580 Euro pro Person (plus Krankenversicherung) bezuschusst werden. Nach Angaben des Ministeriums werden bis zum Sommer die Bedingungen geklärt sein und auch die Organisationen benannt werden, die an dem Projekt mitarbeiten. Der Dienst soll Anfang 2008 starten. Das DRK prüft derzeit, in welchem Umfang es sich an dem Projekt beteiligen kann.

„Das ist eine gute Sache, zumal wir die Erfahrung gemacht haben, dass sich junge Leute, die bei uns ein FSJ absolviert oder Zivildienst geleistet haben, bewusst für eine soziale Tätigkeit entscheiden und hinterher oftmals auch haupt- oder ehrenamtlich beim Roten Kreuz bleiben“, sagte Seiters.

Der Blutspendedienst, einer der großen Aufgabenbereiche des DRK, hat nach Angaben von Seiters derzeit keine Engpässe zu befürchten. Das Rote Kreuz liefert rund 80 Prozent aller deutschen Blutspenden an die Kliniken und anderen medizinischen Einrichtungen. Am „Welt-Blutspendetag“ wird die Organisation am 14. Juni in Berlin den 100-millionsten Blutspender auszeichnen, kündigte der DRK-Präsident an.

Unter dem Stichwort „2010 plus“ berät der DRK-Präsidialrat in Bad Zwischenahn über ein Zukunftsprogramm.

Interview, S.10