Das junge Blattgrün ist für die Freunde des Knoblauchs im Frühling eine gute Möglichkeit, würziges, vitaminreiches Grün zu ernten. Neben der Knoblauchrauke, die an schattigen, feuchten Stellen zu finden ist, enthält nämlich auch der Bärlauch in seinen Blättern das Knoblauchöl. Bereits ab März steckt er seine zusammengerollten Blattspitzen aus dem Boden, und später entwickeln sich daraus pro Pflanze zwei länglich zugespitzte Blätter.
Seit vielen Generationen ist der Bärlauch als mineralstoffreiches Frühlingsgemüse und zur Verwendung bei blutreinigenden Frühjahrskuren bekannt und beliebt. So empfiehlt denn auch der bekannte Schweizer Kräuterpfarrer Künzle (18671945): Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch. Für eine Frühjahrskur empfiehlt es sich, über einen Zeitraum von zwei Wochen, täglich eine Handvoll frischer Blätter zu essen, die nur bis zur Blüte geerntet werden.
Da Bärlauch in seinem Geschmack noch beißender und schärfer ist als Knoblauch, wird er von manchen magenempfindlichen Menschen nur schlecht vertragen. Zum Würzen sollte er deshalb nicht überdosiert werden. Für die Frühjahrskur kann man bei einer Empfindlichkeit des Magens auch die Blätter vor der Einnahme gehackt zwei bis drei Stunden in warmer Milch ziehen lassen.
Bis zum Zeitpunkt der Blüte finden die jungen, nach Knoblauch duftenden Blätter auch in der Küche fein gehackt zu Rohkostsalaten, Kräuterquarks, Suppen, Soßen und Gemüseeintöpfen Verwendung.
Bärlauch, der überall in Europa vorkommt, gehört zu den Frühlingsblühern der nährstoffreichen und feuchten Laubwälder. Gerade zur Blüte lohnt sich ein Besuch in diesen Buchenwäldern, wo er oft flächendeckend wächst, so weit das Auge blicken kann, und mit seinem Geruch die Wälder erfüllt. Der Bärlauch nutzt, wie die anderen Frühlingsblüher Scharbockskraut und Anemone, die kurze Zeit bis zum Laubaustrieb der Bäume und zieht bereits im Frühsommer seine Blätter wieder ein. Bärlauch ist ein Verwandter von Speisezwiebel und Knoblauch. Aus seiner Zwiebel wachsen zwei Blätter und ein Blütenstiel, auf dem ein rundlicher Blütenstand mit gestielten Blüten sitzt. Als Inhaltsstoffe hat er vorwiegend schwefelhaltige ätherische Öle, Mineralstoffe und Vitamin C.
In der Natur sollte Bärlauch, trotz seines oft massenhaften Vorkommens, nicht ausgegraben werden, wohl aber kann man die schwarzen Samen sammeln und sie zu Hause im Garten aussäen. Dort sind Flächen unter Laub abwerfenden Sträuchern geeignet, auf denen sich der Bärlauch flächig ansiedeln lässt. Die Pflanze liebt einen frischen, nahrhaften, feuchten und halbschattigen Standort.
