Cloppenburg/Friesoythe - Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies ist bekennender Bahn-Fan: „Ich bin überzeugt, dass die Schiene Zukunft hat“, sagt der SPD-Politiker. Nun hatte er eine weitere gute Botschaft im Gepäck: Sechs Bahnstrecken in Niedersachsen könnten reaktiviert werden. Darunter ist auch die Trasse zwischen Friesoythe und Cloppenburg.
Lenkungskreis tagt
Ein parlamentarischer Lenkungskreis zum Reaktivierungsprogramm des Landes hatten sich mehrere stillgelegte Bahnstrecken angesehen. Am Dienstagabend gab das Gremium „grünes Licht“ für weitere sechs Reaktivierungsstrecken. Neben Friesoythe – Cloppenburg sind dies Meppen – Essen/Oldb., Bad Bentheim – Gildehaus, Holzhausen – Bohmte (Kreis Osnabrück), Celle – Wittingen/West und Winsen – Salzhausen. Die Trasse im Kreis Winsen (Luhe) ist neu ins Verfahren aufgenommen worden.
Die sechs Streckenabschnitte rücken im Rahmen eines vierstufigen Verfahrens in die zweite Untersuchungsstufe auf. Hier geht es unter anderem um eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse.
Damit haben inzwischen 21 Strecken die Hürde der Vorauswahl genommen, teilte ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Hannover mit. SPD und Grüne hatten 2022 in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel ausgegeben, alte Bahnstrecken zu reaktivieren. Dazu wurde ein standardisiertes Verfahren entwickelt. Von den sechs Strecken, die jetzt bewertet wurden, habe die Trasse Friesoythe – Cloppenburg mit 26 von maximal 36 Punkten das beste Ergebnis erzielt, so der Ministeriumssprecher. Am 4. Dezember werde entschieden, welche Trassen die dritte Stufe des Verfahrens erreichen.
Zuletzt wurde 2019 die Strecke zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus wieder in Betrieb genommen. Sie soll bis ins niederländische Coevorden fortgesetzt werden. Ein gesicherter Fahrbetrieb ist nach Ansicht des Landes aber nur möglich, wenn der Bund seine Regionalisierungsmittel für den Personennahverkehr deutlich erhöht.
15 Trassen schon geprüft
„Der Lenkungskreis hat schon in seiner letzten Sitzung vereinbart, dass wir bei den Vorhaben, die seinerzeit noch nicht die erste Hürde genommen haben, noch einmal genauer hinschauen“, sagte Lies. Es gelte, „bis dato unbeachtete Potenziale“ zu beleuchten. Wichtig sei ihm auch die Zusammenarbeit mit den betroffenen Kommunen. „Jetzt geht es darum, dass wir mit den aufrückenden Strecken zügig weiterarbeiten“, so der Verkehrsminister weiter.
Diese 15 Strecken waren laut Verkehrsministerium bereits in die zweite Prüfstufe des Verfahrens vorgerückt: Aurich – Abelitz, Nordenham-Blexen – Nordenham, Rheine – Spelle, Lengerich – Versmold, Bad Bederkesa – Bremerhaven-Speckenbüttel, Bremerhaven – Langen, Rotenburg – Bremervörde, Lüneburg – Bleckede, Celle – Soltau, Celle – Bergen, Celle – Beckedorf (eventuell bis Munster), Celle – Lachendorf, Rinteln – Stadthagen, Bodenwerder – Emmerthal (eventuell bis Hameln), Zeven – Tostedt.
