Droht in den USA der Staatsbankrott? Düster klingt das Untergangs-Szenario, das jetzt Obamas Finanzminister Timothy Geithner zeichnete. Aus europäischer Sicht muss eine solche Prognose extrem beängstigend klingen, zumal Schuldenkrisen im EU-Raum ja ein wohlbekanntes wie akutes Problem sind und sich angesichts der Globalisierung der Märkte eine Unruhe unter Investoren in den USA schnell auf andere Handelsplätze übertragen würde.

Doch in Washington wird längst nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die Warnung vor einem klammen Staat, der seine Beamten nicht mehr zahlen und seine Anleihen nicht mehr bedienen kann, gehört zu den traditionellen Grabenkämpfen zwischen der Regierung und dem Kongress. Und die sonst so aufs Sparen erpichten Republikaner haben bereits signalisiert, dass sie es zu einer offiziellen Bankrott-Erklärung von Obamas Kassenwart nicht kommen lassen wollen. Also wird die Staatsverschuldung in den USA weiter auf neue Rekordhöhen steigen – und ein Beben an den Finanzmärkten ausbleiben.