BERGEN - BERGEN - Die Region Hamburg-Hannover wird durch Terroranschläge erschüttert: Chemische und biologische Kampfstoffe werden eingesetzt, die Zivilbevölkerung von einer „Dirty Bomb“, einer Waffe mit verstrahltem Material, sowie Milzbrand- und Pesterregern bedroht. Was auf den ersten Blick wie ein Horrorszenario erscheint, ist die NATO-Übung „Golden Mask 06“ von rund 700 Soldaten aus zehn Nationen. Im niedersächsischen Bergen haben sie sich in den vergangenen vier Tagen für einen Einsatz in der schnellen Eingreiftruppe der NATO (NRF) zur Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Gefahren qualifiziert.
„Ausgangslage war eine fiktive kriegerische Aktion innerhalb eines Staatendreiecks“, erläutert Major Stefan Hofmeister, der die Übung geplant hatte. „Ein Aggressor unterstützte zudem eine Terrorgruppe, die auch vor dem Einsatz von A-, B- und C-Waffen nicht zurückschreckt.“ Die Terroristen haben eine Scud-Rakete mit dem extrem gefährlichen Nervenkampfmittel VX eingesetzt, eine Fabrik mit Chemikalien in die Luft gesprengt und drohen mit dem Einsatz einer selbst gebauten Bombe mit verstrahltem Material. In diesem Fall muss der ABC-Abwehrverband eingreifen, um die Zivilbevölkerung und die rund 21 000 Mann starke NRF-Einsatztruppe zu schützen.
Vier Tage lang werden Fahrzeuge und Menschen dekontaminiert, Proben in wissenschaftlichen Instituten untersucht und Straßensperren überwacht. „Die einzelnen Länder bringen ihre speziellen nationalen Fähigkeiten unter dem Label NATO zusammen, so entsteht ein überaus sinnvolles Netzwerk“, erklärt der Leiter der Übung, Oberst Volker Barth.
Bevor sein Verband mit rund 1200 Soldaten aus zehn Ländern vom 1. Juli für ein halbes Jahr der NRF unterstellt wird, musste er einen Qualifikationsnachweis erbringen. „Mit der jetzigen Übung hat das ABC-Bataillon seine Einsatzfähigkeit unter Beweis gestellt“, sagt Barth.
