BERLIN - BERLIN/DPA - Rund 365 000 Bundesbürger haben in einer Unterschriftenaktion gegen das Einkaufen am Sonntag protestiert und die Länder vor einer weiteren Liberalisierung gewarnt. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) nahm die Unterschriften am Donnerstag in Berlin vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken entgegen. Er sprach sich für weitgehend arbeitsfreie Sonntage aus.
„Der Sonntag gibt Gelegenheit zum Ausruhen, zur Andacht und ist gerade für die Familie von besonderer Bedeutung.“ Zudem gebe es mehr Zeit für Sport und andere Freizeitaktivitäten. Allerdings müsse auch der Wettbewerbsdruck etwa in Grenzregionen berücksichtigt werden.
Der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Prälat Clemens Kathke, sagte: „Wir sollten als Christen gemeinsam alles daran setzen, dass der Sonntag den Stellenwert behält, der ihm gebührt: eine Zeit zum Auftanken für Geist und Seele.“ Er überreichte Wulff als Vorsitzendem der Ministerpräsidentenkonferenz die Unterschriften.
Die Aktion „Sonntags nie!“ war im Juli 2006 gestartet. Die Katholiken fordern, dass der Sonntag Familie, Gottesdienst und Erholung vorbehalten bleibt. Seit der Föderalismusreform ist der Ladenschluss Sache der Länder. Trotz Ausdehnung der Öffnungszeiten an Werktagen in einigen Ländern gelten am Sonntag nach wie vor weitgehende Ausnahmen.
