BERLIN - SPD-Landeschef Stephan Weil plädiert für einen Mitgliederentscheid zur SPD-Kanzlerkandidatur und unterstützt damit SPD-Chef Sigmar Gabriel. „Die SPD hat dazu die Reife“, sagte Weil in Berlin: „Wir werden dadurch gemeinsam stärker“, ist der Niedersachse überzeugt.

SPD-Chef Gabriel sagte bei einem gemeinsamen Auftritt der „Troika“ mit Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier in Elmshorn: „Wenn es mehrere Bewerber für die Kanzlerkandidatur der SPD gibt, werden das die Mitglieder der deutschen Sozialdemokratie entscheiden.“

Weil weist auf die guten Erfahrungen in Niedersachsen hin, wo sich die Mitglieder in einer Stichwahl zwischen Olaf Lies (Sande) und ihm entscheiden konnten. Wichtig sei, dass der Wettbewerb als „faire Auseinandersetzung“ abliefe. In Schleswig-Holstein kürte jüngst die SPD den Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig per Mitgliedervotum zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl. Landeschef Ralf Stegner verlor.

Unterdessen zeigt sich Weil in der Debatte um Gorleben empört über die Art der Konsenssuche für ein Atomendlagergesetz. Wieder einmal werde „hinter verschlossenen Türen“ beraten, kritisiert Weil, der größtmögliche Transparenz fordert: „Wir sollten Schlussfolgerungen aus dem Erfolg der Piraten ziehen und die Beratungen über ein Atomendlager öffnen, damit nicht noch mehr Vertrauen verschüttet wird.“ Ziel sei es, „gesellschaftliche Akzeptanz“ zu suchen.

Ein Atomendlager Gorleben lehnt Weil strikt ab. „Eine SPD-geführte Landesregierung wird alles Mögliche tun, damit Gorleben von der Karte verschwindet“, betont der Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2013. Zu Gorleben gebe es nicht nur massive geologische Zweifel, Gorleben sei auch „politisch verbrannt“. Weil mahnt zugleich zu Ehrlichkeit. Andere Standorte in Niedersachsen könnten in Frage kommen. Weil: „Gefragt sind aber erst die Bundesländer, die Atomenergie besonders stark nutzen.“ Dem CDU-Ministerpräsidenten McAllister wirft Weil vor, Gorleben als Referenzstandort akzeptieren zu wollen.