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Partei Lafontaines Name elektrisiert die Linke

Gunars Reichenbachs Büro Berlin

BERLIN - Ein Name elektrisiert die Linke: Kommt Oskar Lafontaine zurück in die Bundespolitik? Linken-Fraktionschef Gregor Gysi befeuert die Spekulationen mit einer sibyllinischen Anmerkung. In einer „Notfallsituation“ könne er, Gysi, sich eine Rückkehr des 67-jährigen Saarländers vorstellen. Bei manchen Linken herrscht blankes Entsetzen. Die Linken in der Linken jubeln. Wie die Lafontaine nahestehende Sarah Wagenknecht, die telegene Repräsentantin der Kommunistischen Plattform.

„Im Porsche“

Wenn Bodo Ramelow ironisch wird, wird’s gefährlich. Der strategische Kopf des realpolitischen Flügels und Fraktionschef im Thüringer Landtag spottete über das Drunter und Drüber bei den Linken im Deutschlandradio: „Wir sitzen im Porsche und fahren zum Kommunismus, und in der Zwischenzeit müssen wir mal ein paar Hausaufgaben in der Gesellschaft lösen.“ Welche Breitseite gegen den Parteichef und bekennenden Porschefahrer Klaus Ernst, der gemeinsam mit Gesine Lötzsch die Linke führt.

Zorn der Reformer

Hinter Ramelows Kritik verbringt sich der Zorn vieler ostdeutscher Reformer über die bitteren Wahlschlappen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Für eine Lafontaine-Renaissance sehen viele Linke „überhaupt keine Notwendigkeit“. Ähnlich argumentieren der Berliner Bundestagsabgeordnete Stefan Liebig und der stellvertretende Fraktionschef im Bundestag, Dietmar Bartsch, den einst eben jener Lafontaine innerparteilich abservierte. Die Realos stemmen sich „gegen eine neue Personaldebatte“.

Auch Gesine Lötzsch zuckt hörbar beim Gedanken an den vom Krebs genesenen Lafontaine zurück. Der Fraktionschef im saarländischen Landtag sei „ein politisches Ausnahmetalent“, bestätigt Lötzsch der „Thüringer Zeitung“. „Ich arbeite gern mit ihm zusammen“, sagt sie noch – ohne jede weitere Einladung nachzulegen.

Der Saarländer schweigt

Der Ex-SPD-Chef spaltet seine jetzige Partei wie in besten SPD-Zeiten. Drei Jahre lang führte Lafontaine gemeinsam mit Lothar Bisky die neugegründete Linke bis 2010. Lafontaine, der strategische Kopf des bunte Haufens WASG im Westen, und Bisky, der Mann für die ostdeutsche Seele. Die Wahlerfolge gaben dem Duo recht.

Funktionierende Achse

Warum Gregor Gysi ein Comeback seines Freundes Oskar in Aussicht stellt? Die Sphinx von Pankow gibt Rätsel auf. Keine weitere Erklärung, was eine „Notfallsituation“ sein könnte.

Lafontaine selbst lehnte am Mittwoch eine Stellungnahme zu den Spekulationen ab. Sarah Wagenknecht kommentiert dagegen in „Bild“: „Es wäre für die Partei ein großer Gewinn, wenn sich Oskar Lafontaine wieder mehr auf bundespolitischer Ebene einbringen würde.“ Diese Achse funktioniert noch bestens.

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