BERLIN - „Ich bleibe der Landesregierung verbunden. Das war kein Job wie jeder andere. Ich war immer mit Freuden dabei“, sagt Staatssekretär Wolfgang Gibowski, Bevollmächtigter des Landes Niedersachsen beim Bund. Ab Donnerstag ist Schluss. Dann gibt der 68-Jährige die Leitung der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin nach sieben Jahren in andere Hände. Nachfolgerin ist Martina Krogmann aus Stade, bisher CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Bundestagsfraktion.
Gibowski hinterlässt ein bestelltes Haus. In Berliner Politikkreisen genießt er höchste Wertschätzung, ob im Bundesrat, Bundestag oder in den Botschaften verschiedenster Länder. Sein Wort hat Gewicht, nur spricht er nicht selber darüber.
Beruflich hatte Wolfgang Gibowski eigentlich immer mit Politik zu tun. 1974 gründete er die Forschungsgruppe Wahlen (FGW), ein Institut für Wahlanalysen und Gesellschaftsbeobachtung, dem er gemeinsam mit zwei Kollegen bis März 1991 vorstand. Und als langjähriger Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung kennt er das politische Geschäft genau.
Irgendwann bekam der gebürtige Mannheimer Kontakt zu Christian Wulff, „den ich schon immer für einen vorzüglichen Politiker gehalten habe“, wie Gibowski sagt. Er bringt schließlich 2002 in Wulffs Wahlkampf seine Kenntnisse über das Wählerverhalten ein, Wulff wird Ministerpräsident, Gibowski im März 2003 Chef der Landesvertretung in Berlin, Niedersachsens Botschafter.
Und diese Arbeit hat für ihn nie an Reiz verloren. „Die Vielfalt der Aufgaben, die Verantwortung, niedersächsische Interessen in Berlin zu vertreten, aber auch die politische Repräsentanz und Lobbyarbeit“ haben Wolfgang Gibowski nie losgelassen. Dem Land Geltung in Berlin zu verschaffen, das war seine Sache. Er vermittelt Kontakte von Berlin aus in die verschiedenen Ministerien in Hannover und ist Gastgeber bei allerlei Veranstaltungen in der Landesvertretung, baut die „Botschaft“ aus zur Kontaktbörse.
Eines seiner Meisterstücke in Berlin hat der 68-Jährige mit der Neufassung des VW-Gesetzes hingelegt. „Das war eine ganz wichtige Entscheidung für das Land“, weiß Gibowski. Er musste viel Überzeugungsarbeit leisten im Bundestag wie im Bundesrat – parteiübergreifend. Wie man weiß, erfolgreich. Und auch an den Rettungspaketen des Bundes zur Bewältigung der Finanzkrise hat Gibowski mit geschnürt. Und jetzt? Er fällt in kein Loch. „Ich werde mein Leben weiter so aktiv führen wie bisher.“ Schließlich ist er an der Uni Potsdam Lehrbeauftragter für den Bereich Wahlforschung und politische Kommunikation.
