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Umfrage Bestnoten für die Kanzlerin

Gunars Reichenbachs Büro Berlin

BERLIN - Top-Zensuren für die Kanzlerin und miese Noten für ihre Koalition: Vor allem für die FDP bringt die Allensbach-Umfrage unter 500 Top-Leuten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung wenig Erfreuliches. So halten 85 Prozent der deutschen Elite Angela Merkel (CDU) für eine „starke“ Regierungschefin, die eine ebenso starke Figur in der Euro-Krise macht, aber die frühere Wunschregierung der Wirtschaft aus Union und FDP wird tief enttäuscht in die Meinungswüste gejagt: 52 Prozent der Befragten wünschen sich mittlerweile eine Große Koalition, nur 22 von einst stolzen 69 Prozent halten Schwarz/Gelb die Treue. Einen mieseren Wert gibt’s nur für die Perspektiven Rot/Grün (zehn Prozent) und auch Schwarz/Grün (zehn Prozent)

Lob von SPD und Grünen

„Der Ausgang der Bundestagswahl 2013 ist noch unsicher, aber dass es Schwarz/Gelb nicht mehr geben wird, darauf kann man ein Haus wetten“, fasst Allensbach-Chefin, Renate Köcher, das Ergebnis zusammen.

Eine Überraschung: Angela Merkel genießt nicht nur im eigenen Lager Respekt, sondern auch bei der Opposition. So bescheinigen ihr SPD-Anhänger (60 Prozent) und Grüne-Wähler (61) eine „gute Arbeit“. Bei Unions-Anhängern schwärmen 91 Prozent von der Kanzlerin.

Fast schon desaströs fallen dagegen die Werte für den FDP-Vorsitzenden und Vize-Kanzler Philipp Rösler aus. 93 Prozent der Befragten nennen Rösler einen „schwachen Parteichef“. Selbst 51 Prozent der FDP-Sympathisanten bezweifeln, dass Rösler in der Lage ist, die FDP aus der Krise zu führen. Die Alternative? Allenfalls Fraktionschef Rainer Brüderle, „der als starke Figur gesehen wird“, wie Meinungsforscherin Köcher betont: „Brüderle war als Wirtschaftsminister der Aufsteiger schlechthin. Es war ein Fehler, ihn in dieser Funktion durch Rösler abzulösen“.

Die aktuell gute wirtschaftliche Lage wirft auch positive Schatten voraus. So beurteilen 79 Prozent der Führungsspitzen die Auftragslage ihrer Unternehmen als „gut oder sehr gut“. 35 Prozent erwarten in den nächsten zehn Jahren sogar eine „noch bessere Lage“ mit „weniger Arbeitslosen“ (56 Prozent).

Sorge um Euro-Zone

Das färbt auch auf den internationalen Wettbewerb ab. Deutschland werde die Globalisierung „entscheidend mitprägen“, glauben drei Viertel der Top-Entscheider. China wird als „Hauptkonkurrent“ (79 Prozent) ausgemacht.

Sorge um Euro-Zone

„Beunruhigt“ blicken Manager jedoch auf die Euro-Zone: 72 Prozent votierten für „stark bis sehr stark“. Ähnlich viele glauben, „dass das Schlimmste noch nicht überstanden ist“. Und dennoch: Dem Euro selbst bringt Deutschlands Elite „großes Vertrauen“ (60 Prozent) entgehen. Die Minderheit plädiert für „weniger“, „kaum“ oder „gar kein Vertrauen“.

Griechenland spaltet

90 Prozent nennen die Währungsunion sogar „eine Erfolgsgeschichte“, die für 41 Prozent „noch mehr Staaten umfassen“ könnte. „Die Elite hält am Euro ganz klar fest“, lautet die Einschätzung von Allensbach-Chefin Köcher. Deutlich gespaltener fällt das Urteil über Griechenland aus. In der Wirtschaft plädieren 50 Prozent der Manager für einen Ausschluss des Landes, 46 Prozent dagegen.

Griechenland spaltet

Politiker sehen die Lage ganz anders: 80 Prozent halten einen Ausschluss „hoch verschuldeter Länder wie Griechenland“ für den „falschen Weg“, nur jeder zehnte Politiker ist dafür. Eine große Sorge teilen sich Wirtschaftsmanager und Politiker: Vier von fünf Befragten rechnen mit wachsenden Spannungen zwischen EU-Staaten.

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