BOOKHOLZBERG/OLDENBURG - Nach einem acht Wochen langen Prozess um organisierten Zigarettenschmuggel sind vor dem Oldenburger Landgericht vier Angeklagte zu Gefängnisstrafen von bis zu dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Den Angeklagten, die erst jetzt ihre Taten zugegeben haben, war der Schmuggel von 54 Millionen Zigaretten mit einem Steuerschaden in Höhe von zehn Millionen Euro zur Last gelegt worden.

Die Angeklagten gehören einer internationalen Organisation an, die von Griechenland aus operiert und unversteuerte und unverzollte Zigaretten aus dem EU-Ausland über Griechenland und Belgien ins Bundesgebiet schmuggelte. Einer der Umladeorte war Bookholzberg im Landkreis Oldenburg.

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sollen die Drahtzieher der Bande auch für den Schmuggel von weiteren rund 640 Millionen Zigaretten mit einem Steuerschaden von 108 Millionen Euro verantwortlich sein.

Die Zollfahndung konnte in Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften Oldenburg und Braunschweig 28 Personen festnehmen. Die Bande, die äußerst gut organisiert war und an mehreren Standorten in Deutschland regelrechte Logistikzentren unterhielt, setzte sich aus mehreren Untergruppen zusammen. Bei den jetzt Verurteilten handelte es sich um Fahrer und Mittelsmänner.

Sie waren nach Überzeugung des Gerichtes für einige 100 Euro angeworben worden, um die Schmuggelware von Belgien nach Deutschland zu transportieren. Die eigentlichen Drahtzieher der Bande sind bis heute nicht gefasst. Sie sollen sich in Griechenland aufhalten und den Zigarettenschmuggel nach wie vor intensiv betreiben. Die Ermittlungen dauern an.