BRAUNSCHWEIG/BERLIN - BRAUNSCHWEIG/BERLIN/DPA/AP - Als erste Stadt in Niedersachsen hat Braunschweig die nach einer Richtlinie der Europäischen Union zulässigen Höchstwerte für Feinstaub an 35 Tagen überschritten. Die Höchstgrenze von 50 Mikrogramm schädlicher Feinstäube pro Kubikmeter Luft sei erneut verletzt worden, teilte die Luftüberwachung Niedersachsen am Dienstag mit.

Nach den Vorgaben der EU muss die Stadt nun die Feinstaubkonzentration senken. Der Verwaltungsausschuss der Stadt stimmte gestern einem Sofortprogramm von Oberbürgermeister Hoffmann zu. Danach wird die City innerhalb des wilhelminischen Rings für Lastwagen gesperrt. Zudem sei die Nassreinigung von Fahrbahnen geplant.

In Hannover wurden die Grenzwerte an bisher 31 Tagen überschritten, in Hildesheim an 22 Tagen. Die Stadt Hildesheim wartet nach Angaben ihres Sprechers, Horst Richter, auf einen Luftreinhalteplan vom Umweltministerium. „Wir haben angefragt, wann ein solcher Plan aufgestellt wird.“ Er rechne damit, dass in Hildesheim schon zur Jahresmitte die 35. Überschreitung der Grenzwerte festgestellt werde.

Die Landesregierung lehnt weiterhin die von der rot-grünen Bundesregierung geplante steuerliche Förderung des Einbaus von Rußpartikelfiltern in Diesel-Fahrzeuge ab. Bayern und Baden-Württemberg forderten Änderungen bei der Lkw-Maut. Der Bund solle umweltfreundlichere und stärker luftverschmutzende Lastwagen künftig unterschiedlich zur Kasse bitten, verlangte der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU). Gute Chancen hat aber ein Vorschlag von NRW-Verkehrsministers Axel Horstmann (SPD), so schnell wie möglich auch Lkw und Busse auf Rußfilter umzurüsten.

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