BREMEN - Bremen will nach Angaben von Bausenator Reinhard
Loske (Grüne) als erste deutsche Großstadt die Nette Toilette
einführen. Bei dem Modell bieten Gaststätten und Einzelhändler ihre
Toiletten der Öffentlichkeit an. Dafür erhalten sie Geld von der
Kommune.
Dadurch könnte Bremen jährlich knapp eine Million Euro
einsparen, sagte Loske. Darüber hinaus stünden bei der Nutzung der sanitären Anlagen von
Gastronomie und Handel für die Öffentlichkeit mehr
behindertengerechte Toiletten zur Verfügung als bisher.
Derzeit kostet uns jeder Gang auf eine der 22 vollautomatischen
WC-Anlagen im Stadtgebiet bis zu fünf Euro, sagte Loske. Das sind
im Jahr 1,1 Million Euro. Und das bei sinkenden Benutzerzahlen.
Seien in den 90er Jahren noch 85 000 Benutzer pro Jahr gezählt
worden, seien es inzwischen noch um die 55 000.
Loske rechnete vor, dass die Kosten für die Aufwandsentschädigung,
die bei der Netten Toilette für Pflege und Reinigung an die
Gastwirte und Händler gezahlt würde, jährlich etwa 150 000 Euro
betragen.
Die Nette Toilette gibt es nach Angaben von Loske bereits in 77
Städten, darunter in Aurich und Verden. Wir erfinden also nichts
Neues, sondern setzen auf den Wiedererkennungswert, sagte der
Senator.
