BREMEN - Im Fall der beiden zufällig entdeckten verwahrlosten Mädchen hat die Bremer Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) erneut alle Vorwürfe zurückgewiesen. „Das Jugendamt hat sauber und ordentlich gearbeitet und alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft“, sagte die unter Druck geratene Senatorin am Dienstag in der Sozialdeputation der Bremischen Bürgerschaft.
Die oppositionelle CDU hatte die Sondersitzung beantragt. Sie wirft dem Jugendamt „Untätigkeit“ vor.
Die Polizei hatte die beiden fünf und acht Jahre alten Kinder Mitte Juli aus einer mit Fäkalien, Müll und verschimmelten Essensresten verdreckten Wohnung im Stadtteil Gröpelingen geholt. Den Beamten war bei einem Einsatz auf der Straße zufällig die vernachlässigte Achtjährige aufgefallen. Die apathisch wirkende, psychisch kranke Mutter wurde in eine Klinik gebracht, die Mädchen in ein Heim. „Im Jugendamt hat sich seit Kevin nichts verändert“, beklagte die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Rita Mohr-Lüllmann. In den vergangenen Wochen hätten CDU-Politiker zahlreiche Anrufe von Mitarbeitern des Jugendamtes erhalten. „Es wurde eine katastrophale und chaotische Situation im Amt beschrieben.“ Linke-Fraktionschef Peter Erlanson forderte in der Sondersitzung mehr Personal für das Jugendamt.
