Hannover - Der CDU-Obmann im Edathy-Untersuchungsausschuss hält es für möglich, dass Justizbeamte die Kinderporno-Ermittlungen gegen Sebastian Edathy (SPD) aus politischen Gründen verschleppt haben. „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, weshalb die niedersächsischen Justizbehörden selbst nach der Kontaktaufnahme durch Edathys Anwalt so lange gebraucht haben, bis die Hausdurchsuchung bei ihm angeordnet wurde“, sagte der CDU-Abgeordnete Armin Schuster.

Der Fall sei Ende 2013 in einer wichtigen Phase aufgetaucht. Schuster: „Man darf nicht vergessen, dass in dieser Zeit in Berlin eine neue Regierung unter Beteiligung der SPD gebildet wurde.“

Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) sagte dazu: „Das Justizministerium weist jeden Verdacht einer politischen Einflussnahme auf das Verfahren Edathy auf das Schärfste zurück.“ Auch die Staatsanwaltschaft Hannover hält die Anschuldigungen für unbegründet. Gerade bei Ermittlungen gegen einen Bundestagsabgeordneten könne man nicht von einem Tag auf den anderen aktiv werden.

Bis zum Sommer will der Untersuchungsausschuss noch mindestens 16 Zeugen vernehmen.