Hannover - Die CDU-Landtagsfraktion sieht nach der Auswertung offizieller Akten zum Fall des in eine Kinderporno-Affäre verstrickten Ex-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) noch viele offene Fragen.
Für den Parlamentarischen Geschäftsführer Jens Nacke (Wiefelstede) bleibt weiter unklar, wann und durch wen genau Ministerpräsident Stephan Weil und Innenminister Boris Pistorius (beide SPD) informiert wurden, dass gegen Edathy seit Herbst 2013 ermittelt wurde. „Weil und Pistorius müssen im Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags aussagen“, fordert Nacke. Dort wird der Frage nachgegangen, durch wen Edathy vor dem Zugriff der Ermittler gewarnt wurde. Edathy selbst nennt den SPD-Innenpolitiker Michael Hartmann. Dieser hat sich vor einer Befragung des Ausschusses krank gemeldet.
Sollten die Nachforschungen in Berlin nicht fruchten, „behalten wir uns einen Untersuchungsausschuss des Landtags vor“, kündigt Nacke an. Hinweise erhofft sich der CDU-Politiker von der Befragung niedersächsischer Zeugen ab Mai im Bundestagsausschuss.
