Celle - Drei Syrer müssen sich vor dem Oberlandesgericht Celle verantworten, weil sie vor der Flucht nach Deutschland in der Heimat die radikal-islamische Al-Nusra-Front unterstützt haben sollen. Die drei sollen in ihrer Heimatstadt an der syrisch-türkischen Grenze die Vertreibung der kurdischen Bevölkerung sowie das gewaltsame Streben der Terrorgruppe nach einem Gottesstaat unterstützt haben, hieß es in der Anklage zu Prozessbeginn am Freitag. Zu den Vorwürfen nahmen die Männer im Alter von 42 bis 51 Jahren zunächst keine Stellung. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Für den Prozess im Hochsicherheitstrakt des Gerichts sind zunächst Verhandlungstage bis zum Jahresende terminiert. Den drei Brüdern werden die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen, zwei von ihnen zudem Kriegsverbrechen. Die Angeklagten wurden im Juni in Lübeck, Hamburg und dem nahegelegenen Seevetal gefasst. Ein vierter ebenfalls festgenommener 40 Jahre alter Bruder der drei erhängte sich in der Untersuchungshaft in Hamburg.
Nach den Ermittlungen hatten sich die Angeklagten 2012 der Miliz angeschlossen. Unter anderem hätten sie mit Sturmgewehren bewaffnet Wachdienste an einem Kontrollpunkt in Nordsyrien verrichtet. Zwei von ihnen hätten an der Vertreibung von Angehörigen des Assad-Regimes und der Plünderung eines Hauses teilgenommen. Einer der Männer habe sich an Drohungen gegen die kurdische Bevölkerung beteiligt. Nach der Einnahme des syrischen Grenzorts Ras al-Ain durch die Kurdenmiliz YPG im Juli 2013 flüchteten die Brüder nach Deutschland.
