CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Maria (Name geändert die Red.) ist Ende 20 und Mutter eines Mädchens, das noch keine drei Jahre alt ist, also noch nicht in den Kindergarten darf. Maria arbeitet nachmittags in einer Cloppenburger Anwaltskanzlei. Dann passt die Oma auf das Kind auf. Maria würde gerne vormittags arbeiten. Das fände auch ihr Chef prima, weil es morgens mehr zu tun gibt. Die Oma kommt jedoch als Babysitter nicht in Frage, weil sie selbst halbtags berufstätig ist. Und Krippenplätze in Kindergärten gibt es für unter dreijährige Jungen und Mädchen im Kreis Cloppenburg noch nicht.
Das soll sich bald ändern. Der Gesetzgeber hat die Landkreise und kreisfreien Städte aufgefordert, die Tagesbetreuung für Kleinkinder auszubauen. In Cloppenburg ist eine Modellgruppe für 15 Kinder geplant. Zum Streitpunkt hat sich jedoch die Höhe der Gebühren entwickelt, über die der Landkreis noch nicht entschieden hat. Im Raum stehen für eine fünfstündige Betreuung zwischen 146 und 394 Euro pro Monat.
Wir halten die Elternbeiträge für viel zu hoch, sagen Constanze Korfhage, Birgit Tegenkamp und Conny Kaiser. Deshalb haben sich die drei Frauen zu einer Mütter-Initiative zusammengeschlossen. Sie wollen Unterschriften sammeln, um den Kreistag dazu zu bewegen, die Elternbeiträge abzusenken. Der Bedarf ist da. Die Krippenplätze müssen aber bezahlbar sein, meint Conny Kaiser. Durch die hohen Gebühren würden viele Eltern abgeschreckt. Es ist gar nicht einzusehen, dass wir in Cloppenburg mehr bezahlen sollen als andernorts, sagt Constanze Korfhage und führt als Beispiele Wildeshausen und Oldenburg an. Cloppenburg rühme sich stets seiner Kinderfreundlichkeit, dann solle es auch etwas für seine jüngsten Bürger tun.
Die Mütter-Initiative will erstmals am kommenden Sonnabend in der Cloppenburger Fußgängerzone Unterschriften sammeln.
