CLOPPENBURG - Der Schutz des ungeborenen Lebens sei ein zentraler Wert. Er dürfe nicht dem Zeitgeist unterworfen werden.

von michael Loots,

redaktion cloppenburg

CLOPPENBURG - Eine Veränderung der Mentalität und eine unterstützende Familienpolitik sind nach Ansicht von Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) nötig, um einen wirksamen Schutz des ungeborenen Lebens zu betreiben. Dieser Schutz sei ein zentraler Wert für die Gesellschaft und dürfe niemals dem Zeitgeist unterworfen werden, sagte die Ministerin gestern Abend zur Eröffnung der bundesweiten „Woche für das Leben“ im Oldenburger Land in Cloppenburg.

Die ökumenische Initiative steht unter dem Leitsatz „Von Anfang an uns anvertraut – Menschsein beginnt vor der Geburt“. Die Kirchen wollen, dass sich Christen in die kontroversen gesellschaftspolitischen Diskussionen über den Schutz des ungeborenen Lebens einschalten und dabei für das menschliche Leben streiten.

Der Verzicht auf Kinder ist für Ross-Luttmann, selbst dreifache Mutter, mehr als ein bedauerlicher, individueller Entschluss. Er sei Ausdruck fehlenden Vertrauens einer ganzen Gesellschaft in das Leben und die eigene Zukunft.

Die Politik könne zwar Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung oder Elterngeld setzen, aber sie könne und wolle Menschen nicht zum Kind zwingen. „Es muss uns allen darum gehen, die Menschen, die wir motivieren können, Kinder großzuziehen, so zu unterstützen, dass ihnen das leichter fällt und gelingt“, sagte die Ministerin.

Auch für Bischof Peter Krug von der evangelisch-lutherischen Landeskirche Oldenburg ist das werdende Leben nicht verhandelbar. Er forderte Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik auf, die Rahmenbedingungen für ein Ja zum Kind so zu verbessern, dass erst gar kein Zweifel über das Menschsein vor der Geburt entstehen könne.

Für den Vechtaer Weihbischof Heinrich Timmerevers gäbe es in der gesellschaftlichen Debatte um eine Rangordnung der Werte keinen wirklichen Konflikt, wenn dem Menschen eine ausnahmslos unantastbare Würde von Anfang an zuerkannt würde.