CONNEFORDE - Windenergie wird in Conneforde erneut ein Thema. Herfried Brumund, Betreiber des Ferienparks Bernsteinsee, will „angesichts ständig steigender Energiekosten“ nun für sein Unternehmen auch in die Windkraft einsteigen. In einem „Pilotprojekt zur dezentralen Energiegewinnung“ denkt er gemeinsam mit dem Wiefelsteder Rechtsanwalt Dirk Schröder an einen Verbund mehrerer Energiegewinnungsformen, um den Ferienpark möglichst autark zu versorgen „und Überschüsse ins Netz zu stellen“. Entsprechende Anträge sind bisher offenbar nicht gestellt worden. Größenordnungen auch bezüglich der Installation von Windgeneratoren und Standortvorschläge gebe es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, erklärten am Freitag beide bei einem Besuch der Oldenburger SPD-Bundestagsabgeordneten Gesine Multhaupt. Sie war mit Vertretern der Wiefelsteder SPD-Fraktion und des SPD-Vorstandes nach Conneforde gekommen, um sich über den Ferienpark und die Weiterentwicklung der Touristik dort zu

informieren.

Sowohl Brumund als auch Schröder beteuerten auf Anfrage, es gehe nicht um die Errichtung eines Windparks. Das sahen auch die Vertreter der Wiefelsteder Sozialdemokraten so. Die SPD-Fraktion erklärte auf Anfrage, dass das Vorhaben Brumunds in jedem Fall genehmigungspflichtig auch durch die Gemeinde sei.

Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Schneider begrüßte die „unternehmensbezogenen Pläne“ Brumunds: „Wir in der Fraktion und auch in der Gruppe mit den Grünen wollen fördern, dass hier ein Vorbildbetrieb entsteht“. Über kurz oder lang werde man sich sowieso wieder mit dem Thema Windenergie beschäftigen müssen. Schneider betonte, dass die jüngsten Entscheidungen des Wiefelsteder Verwaltungsausschusses bezüglich der Ansiedlung oder Erweiterung von Windparks in der Gemeinde nicht bedeuteten, dass die Gemeinde den Ausstieg aus der Windenergie beschlossen habe. Und SPD-Ratsherr und Fraktionssprecher Jörg Weden meinte, die Zeit arbeite sowieso für die Befürworter der Windenergie. Gesine Multhaupt befürwortet das Projekt ebenfalls und sieht ein solches Modell als „die Zukunft“ an.

Zuvor hatte Schneider erklärt, dass der Ferienpark bei den etwa 228 000 Übernachtungen in 2007 allein 100 000 beigesteuert habe. Brumund freute sich über die Anerkennung, machte aber deutlich, dass angesichts steigender Benzinpreise Besucher Connefordes etwa aus Nordrhein-Westfalen wohl bald nicht mehr kommen würden. Auf Messen wolle er nun versuchen, verstärkt Camper aus einer Entfernung von etwa 100 bis 150 Kilometern nach Conneforde zu holen.