Hannover - Die Corona-Pandemie ist überwunden; die finanzielle Belastung noch nicht. Für die sogenannten Corona-Überbrückungshilfen, die der Bund infolge hoher Umsatzrückgänge an Unternehmen gezahlt hat, läuft zum 31. März 2024 die Frist für die Schlussabrechnung aus. Darauf macht die niedersächsische Förderbank N-Bank aufmerksam. Rund 225 000 Anträge seien allein in Niedersachsen gestellt worden. Diese Anträge umfassen zusammen rund 5,3 Milliarden Euro, erklärte eine Sprecherin der N-Bank in Hannover.
Die Schlussabrechnung diene dazu, die im Antrag gemachten Angaben zu überprüfen. In der Corona-Krise habe die Zeit oft gedrängt. Daher seien viele Anträge auf Basis von Umsatzprognosen und prognostizierten Kosten gestellt und bewilligt worden. Daher habe der Staat die Auszahlungen von Anfang an unter Vorbehalt gestellt und an eine Schlussabrechnung gekoppelt. „Nachzahlungen sind nach Eingang der Schlussabrechnung genauso möglich wie Rückforderungen“, sagte N-Bank-Sprecherin Heinke Traeger. Mittlerweile hätten 45 Prozent der 225 000 Antragsteller die Überbrückungshilfen zurückgezahlt. Gemäß der Förderbedingungen müssten die Bewilligungsstellen der Länder im Auftrag des Bundes nach Fristende für alle Fälle mit fehlender Schlussabrechnung das Geld vollständig zurückfordern.
Seit März 2020 hat die N-Bank nach eigenen Angaben insgesamt rund 8,5 Milliarden Euro an Corona-Hilfen an knapp 400 000 niedersächsische Betriebe ausgezahlt. Neben den Überbrückungshilfen wurden im Frühjahr 2020 Soforthilfen an rund 130 000 Selbstständige ausgezahlt. Davon mussten etwa 90 000 die Zuschüsse ganz oder teilweise zurückzahlen. Die Beträge reichten von 2,50 bis 25 000 Euro, hieß es damals.
Mittlerweile hätten 48 542 Betroffene die Beträge ganz oder teilweise zurückgezahlt, berichtete Traeger. Eigentlich lief dafür die Frist am 31. Oktober 2022 ab. Die N-Bank gewährte allerdings mit Rücksicht auf die Situationen der Unternehmen mehrfach Fristverlängerungen. Nun werde die Förderbank im Auftrag des Bundes Beschwerden an säumige Zahler aufgeben. Insgesamt 650 Mio. Euro flossen aus dem Soforthilfeprogramm des Bundes seinerzeit nach Niedersachsen.
