DANGAST - Für die Einrichtung einer nationalen Küstenwache hat sich Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) am Mittwoch in Dangast ausgesprochen. „Es muss Schluss sein mit Kleinstaaterei. Die Nordsee ist ein Meer, das uns alle betrifft. Deshalb brauchen wir eine deutsche Küstenwache“, sagte Sander auf der Feier zum 35-jährigen Bestehen der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) und zum 20-jährigen des Nationalpark-Hauses in Dangast.
Die SDN hält eine nationale Küstenwache ebenfalls für den richtigen Weg. Derzeit sind an den etwa 1000 Kilometern deutscher Küste 30 Behörden des Bundes und der Länder – vom Zoll über den Fischerei- und Wasserschutz bis zur Terrorismus- und Gefahrenabwehr – zuständig.
Die SDN-Gründer hätten Verantwortung für ihre Heimat und die nachfolgenden Generationen übernommen, betonte der Umweltminister. „Das Beharrungsvermögen des SDN hat viele Menschen zum Umdenken gebracht und beispielsweise zum Stopp der Dünnsäure- und Klärschlammverklappung in der Nordsee geführt“, dankte Sander. Er kündigte an, dass das Land Niedersachsen noch in diesem Jahr im Jadebusen nach Munition aus dem Zweiten Weltkrieg suchen werde.
Als eines der größten Probleme nannte SDN-Vorsitzender Rudolf-Eugen Kelch neben der Überfischung auch die Bebauung der Nordsee. Ein wichtiger Baustein in der Arbeit des SDN sei das Nationalpark-Haus in Dangast als Ausstellungs- und Lernort, als Ort der Begegnung und als Infozentrum für das Wattenmeer sowie den Küsten- und Naturschutz.
