Delmenhorst - Der 2006 als SPD-Kandidat ins Amt gewählte Delmenhorster Oberbürgermeister Patrick de La Lanne wird sich nach seiner Wahlniederlage am 25. Mai aus den tagespolitischen Aktivitäten zurückziehen. De La Lannes Bezüge laufen dennoch in voller Höhe weiter. Wie der städtische Pressesprecher Timo Frers dazu mitteilte, werde der 52-jährige Jurist bis zum Auslaufen seiner regulären achtjährigen Dienstzeit Ende Oktober selbstverständlich seinen beamtenrechtlichen Pflichten nachkommen. De La Lannes schrittweiser Rückzug aus der Tagespolitik sei einvernehmlich abgestimmt worden.

Auf das jetzige Verfahren über die Fortführung der Amtsgeschäfte bis zum Amtsantritt des neu gewählten Rathauschefs Axel Jahnz am 1. November hätten sich die Vorsitzenden aller Ratsfraktionen mit der Verwaltungsspitze verständigt. Ziel sei es, einen reibungslosen Übergang an der Spitze der Stadtverwaltung zu ermöglichen und einen Stillstand zu vermeiden. De La Lannes Zuständigkeiten (Allgemeine Verwaltung, Finanzen und Wirtschaft) würden deswegen mit sofortiger Wirkung auf den Ersten Stadtrat Gerd Linderkamp und die Stadträtin Barbara Bartels-Leipold übertragen.

Das ehemalige SPD-Mitglied war im Mai bei der Oberbürgermeisterwahl in Delmenhorst als Einzelbewerber angetreten. De La Lanne fuhr nach der CDU-Kandidatin Heidi Naujoks und dem Wahlgewinner Axel Jahnz (SPD) das schlechteste Ergebnis ein.

Wie in zahlreichen anderen Kommunen des Oldenburger Landes fand die Oberbürgermeisterwahl zeitgleich mit der Europawahl statt. Der Delmenhorster Rat und die Verwaltung wollten damit Kosten sparen und erhofften sich von zeitgleichen Wahlen positive Einflüsse auf die Wahlbeteiligung, die mit 44,6 Prozent auch tatsächlich deutlich höher lag als bei der Europawahl fünf Jahre zuvor (34,5 Prozent).