OLDENBURG/HANNOVER/SE - Die Grünen fordern, mehr Geld für den Deichbau auszugeben. Überflutungen an den Küsten ständen wegen des Klimawandels bevor, der Meeresspiegel könne um bis zu 80 Zentimeter pro Jahrhundert steigen, erklärte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel am Mittwoch in Hannover. Das Land rechne nur mit 35 Zentimeter. Er warf deshalb der Landesregierung vor, den Küstenschutz zu vernachlässigen.

„Die Regierung darf 1,2 Millionen Menschen hinter den Deichen nicht einem Risiko aussetzen“, sagte Wenzel. Nach Ansicht der Grünen sind einige Gebiete im Nordwesten schon heute bei jeder Sturmflut akut gefährdet. Als Schwachpunkte hat die Öko-Partei vor allem die ostfriesischen Inseln, den südöstlichen Jadebusen und Teile der Elbe ausgemacht.

Die Inseln Juist und Wangerooge seien besonders gefährdet, erklärte Grünen-Fraktionsvize Ina Korter (Nordenham). Am Jadebusen nannte sie den Abschnitt zwischen Wapeler Siel und Sellstedt. Der zu niedrige Deich sei dort im Herbst 2006 fast überspült worden.

Korter machte Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) für die Mängel verantwortlich. „Sander setzt Leben und Hab und Gut der Menschen aufs Spiel.“

Die Grünen fordern einen Verzicht auf die Vertiefung von Weser und Elbe. Sie wollen im Landtag beantragen, die Mittel für den Deichbau aufzustocken. Sander selbst hatte angeregt, die Landesmittel für den Küstenschutz von jetzt 45 Millionen Euro auf 55 Millionen Euro jährlich zu erhöhen.