DELMENHORST/HANNOVER - Mehrere hundert Menschen müssen
jedes Jahr in Niedersachsen ins Gefängnis, weil sie eine Geldstrafe
nicht bezahlen können. Die Landeskasse kostet das Millionen. Abhilfe
soll nun ein Projekt der Anlaufstelle für Straffällige in Delmenhorst
schaffen, dass die Betroffenen beim Abstottern der Strafe
unterstützt.
Der große Erfolg des Vorhabens hat Justizminister Bernd
Busemann (CDU) überzeugt: Seit Jahresbeginn wird das Projekt
landesweit umgesetzt. Wir rechnen auf Dauer mit erheblichen
Einsparungen, begründete sein Sprecher Georg Weßling.
Die Idee dahinter: Die Betroffenen zahlen die Geldstrafe nicht
mehr bei der Staatsanwaltschaft ab, sondern die Anlaufstellen für
Straffällige überweisen diese in Raten an die Behörde.
Das Geld holen
sie sich am Ende von ihren Klienten wieder. Dass sie auf den Schulden
sitzen bleiben, müssen die 14 Einrichtungen im Land jedoch nicht
befürchten. Es ist noch nie passiert, dass wir das Geld nicht
erhalten haben, sagte der Delmenhorster Sozialarbeiter Axel Zuber,
der das Konzept zusammen mit Kollegen entwickelt hatte.
Dass sein System funktioniert, zeigen die
Erfahrungen aus der Pilotphase. In Delmenhorst, Wilhelmshaven,
Oldenburg und Göttingen wurden in der Zeit 100 Betroffene betreut.
Wir hatten eine Erfolgsquote von 96 Prozent, sagte Zuber.
