DELMENHORST/POTSDAM - Rabbinerin Alina Treiger bleibt auch weiterhin alleinige Rabbinerin in den jüdischen Gemeinden in Delmenhorst und Oldenburg. „Frau Treiger ist und bleibt unsere Rabbinerin. Von einem neuen Rabbiner ist uns nichts bekannt“, sagte der Vorsitzende der Delmenhorster Gemeinde, Pedro Becerra, am Montag.

In der vergangenen Woche hatte das Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam mitgeteilt, dass ein Absolvent voraussichtlich eine Stelle als Rabbiner in Delmenhorst übernehmen werde. „Dies ist falsch“, betonte Becerra.

Treiger stammt aus der Ukraine und wurde im vergangenen Jahr in Berlin ordiniert. Im März wurde sie als Rabbinerin für Oldenburg und Delmenhorst in ihr Amt eingeführt. In Oldenburg ist sie bereits die zweite Rabbinerin. Die weltweit erste Rabbinerin war Regina Jonas. Sie wurde am 12. Oktober 1944 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Die Jüdische Gemeinde zu Delmenhorst wurde im Jahr 2000 gegründet, die in Oldenburg bereits 1992. Beiden Gemeinden gehören zusammen mehr als 500 Juden an, von denen die meisten aus der ehemaligen Sowjetunion stammen. Sie zählen zu den liberalen jüdischen Gemeinden, die anders als die orthodoxen auch Frauen im Rabbineramt zulassen.