EMDEN - Die Gästeliste las sich wie das „Who is Who“ der SPD in Niedersachsen. Viele Größen der Partei haben am Mittwoch in Emden einen ihrer ganz Großen geehrt: Johann „Joke“ Bruns feierte seinen 80. Geburtstag mit rund 130 Weggefährten, darunter ehemalige Ministerpräsidenten und Minister sowie viele aus der heutigen Führungsriege der Partei. Angeführt wurde die Gratulantenschar vom Chef der Bundes-SPD, Sigmar Gabriel, dessen politische Karriere Anfang der 90er Jahre im Landtag unter dem damaligen Fraktionschef Bruns begann.
Eigentlich wollte der Emder, der viele Jahre lang das Gesicht der Niedersachsen-SPD prägte, seinen Ehrentag nur im kleinen Kreis begehen. Nachdem aber Gabriel sich „zu einer Tasse Tee“ angesagt hatte, kam die Parteimaschinerie ins Rollen. „Es steht der Partei auch gut an, sich bei einem großen Mann einmal zu bedanken“, sagte die Bezirksvorsitzende Johanne Modder (Bunde). Sie betonte wie alle anderen Redner die hohe Wertschätzung, die Bruns über alle Parteigrenzen hinaus genießt. Die SPD verneige sich vor seiner Lebensleistung.
Auch 18 Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag sei er als Ratgeber gefragt „Du wirst noch gebraucht“, rief Modder dem 80-Jährigen zu. Als „ganz wichtiger Spieler auf der politischen Bühne, der vieles möglich gemacht hat“, beschrieb der Bundestagsabgeordnete und frühere SPD-Landeschef Garrelt Duin (Hinte) den Emder. Bruns sei „nach wie vor mittendrin“.
Gabriel bescheinigte dem Geburtstagskind, „fest im Alltag verankert“ zu sein, die Sorgen und Nöte der Menschen zu kennen und damit der Leitlinie sozialdemokratischer Politik zu folgen. „Als Architekt der ersten dauerhaften rot-grünen Landesregierung hat Joke niedersächsische und deutsche Politik mitgeprägt“, sagte der Bundesvorsitzende. Später habe Bruns diese Koalition vor dem Bruch gerettet und dabei das Wohl des Landes über die eigene Position gestellt. Er selbst habe den Emder „als ungeheure Autorität“ und einen gesehen, „der immer in der Lage war, zu helfen“. Gabriel: „Die politische Lebensleistung kann man nicht überschätzen.“
Der Parteichef erinnerte an „die große Zeit der Ostfriesen“ in Hannover. Sie habe „ganz Niedersachsen gutgetan“. Gabriel hofft, dass die Niedersachsen-SPD im Landtagswahlkampf daran anknüpfen kann. Das schönste Geschenk für Bruns wäre der Wahlsieg der SPD im nächsten Jahr.
