Emlichheim - Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hat bei einem Besuch des Erdölfelds der Wintershall Dea in Emlichheim eine gründliche Aufklärung der Leckage an einer Einpressbohrung angekündigt. „Wir nehmen die Sorgen der Bevölkerung sehr ernst“, sagte der CDU-Politiker am Freitag. Das Unternehmen habe die Vorlage eines Sanierungsplans bis Ende September zugesichert. Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), der in der Grafschaft Bentheim seinen Wahlkreis hat, forderte eine umfassende Information der Bevölkerung über den Schadensfall.

Althusmann wurde bei seiner Ankunft von Vertretern von Bürgerinitiativen aus dem Kreis Rotenburg/Wümme und dem Heidekreis begrüßt, die ihre Sorgen wegen der Umweltgefährdungen durch die Erdöl- und Erdgasförderung in Niedersachsen äußerten. Überall im Land werde nun sehr kritisch über das Thema diskutiert, räumte Althusmann ein. Dieser Diskussion müsse man sich stellen und die Leckage in Emlichheim lückenlos aufklären. „Nichts darf vertuscht werden“, sagte der Minister.

Das Landesbergamt werde seine Sicherungs- und Überprüfungsmaßnahmen verbessern, versicherte Althusmann. Es werde alles dafür getan, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholen werde. Der Vorstandsvorsitzende von Winterhall Dea, Mario Mehren, sicherte zu, mit höchster Priorität die Sanierung des Schadens vorzunehmen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Anja Piel, kritisierte, dass Althusmann noch nicht den Umweltausschuss des Landtages in einer Sondersitzung informiert hat. Der Minister besuche Wochen nach dem Bekanntwerden der Leckage Emlichheim und stelle sich den Fragen der Presse. „Den Fragen des Parlaments weicht er aus“, kritisierte Piel.

Auf dem Erdölfeld in Emlichheim an der niederländischen Grenze ist möglicherweise seit 2014 über mehrere Jahre hinweg unbemerkt bei einer Einpressbohrung Lagerstättenwasser ausgetreten. Experten sprechen von bis zu 220 Millionen Litern.