Dass Guantánamo Bay nicht gerade ein Muster-Gefängnis für humanen Strafvollzug ist, wurde wiederholt angeprangert. Dass durch die jüngsten Wikileaks-Veröffentlichungen nun noch einmal der Finger tief in diese Wunde gelegt wird, ist dennoch zu begrüßen. Zum einen tauchen hier jede Menge neue Details an haarsträubenden Ungerechtigkeiten auf, die das Pentagon natürlich am liebsten weiter unter der Decke halten würde. Zum anderen rückt durch die Wikileaks-Dokumente aber auch wieder einmal das politische Versagen des Weißen Hauses in den Vordergrund. Barack Obama hatte zwar vollmundig bei Amtsantritt die Schließung des Schandflecks in Aussicht gestellt, aber zunächst anderen Themen Priorität gegeben und den Widerstand im eigenen Land und bei den Alliierten in Sachen Gefangenen-Umsiedlung unterschätzt.
Diese Frage ist plötzlich wieder ganz akut geworden zumal bis heute Menschen in dem Straflager hinter Gittern sitzen, an deren Schuld es ganz massive Zweifel gibt.
