Hannover - War die blutige Messer-Attacke einer 15-jährigen Gymnasiastin am 26. Februar auf einen Bundespolizisten im Bahnhof von Hannover eine terroristische Tat im Auftrag des Islamischen Staats? Die Bundesanwaltschaft ist davon überzeugt. Die Deutsch-Marokkanerin Safia S. habe sich bei ihrer vorhergehenden Reise im Januar nach Istanbul von IS-Mitgliedern überzeugen lassen, in Deutschland eine „Märtyreroperation“ für den Islamischen Staat auszuführen, lautet die Erkenntnis von Ermittlern. Das Mädchen habe den Polizisten als Repräsentanten der ihr verhassten Bundesrepublik töten wollen. Die 15-Jährige sitzt derzeit wegen eines Haftbefehls wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung in Untersuchungshaft. Unterdessen geht das Tauziehen um einen Untersuchungsausschuss des Landtags zu islamistischen Gefahren in Niedersachsen weiter.

Nachdem der erste Vorstoß von CDU und FDP zur Einsetzung am Mittwoch im Parlament an SPD und Grünen scheiterte, wird die Entscheidung wohl in einer Sondersitzung des Landtags am 4. Mai fallen.

Opposition und Koalition streiten, ob der Beginn der Untersuchungen auf das Jahr 2013 oder 2011 gelegt wird. Ohne Einigung könnte es auch zwei Ausschüsse geben.