Von Marco Seng
WILHELMSHAVEN/HANNOVER - Der Fall Andratzke sorgt in der Landespolitik für Wirbel. Die Opposition im Landtag fordert von Innenminister Uwe Schünemann (CDU) Aufklärung über die Vorgänge um den suspendierten Chef der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland-Wittmund, Franz Andratzke.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach zwei mysteriösen Selbstmord-Versuchen im Dezember 2006 gegen ihn. Ins Visier gerät jetzt der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, Hans-Jürgen Thurau.
SPD und Grüne wollen in ihrer Anfrage an Schünemann wissen, warum Thurau nicht sofort eine neutrale Dienststelle mit den Ermittlungen in dem Fall beauftragt hat. Das Vorgehen des Polizeipräsidenten ist höchst merkwürdig, sagte der Grünen-Innenpolitiker Hans-Albert Lennartz der NWZ. Ex-Innenminister Heiner Bartling (SPD) nannte es skurril, dass Andratzke sich den Ermittler offenbar selbst aussuchen konnte. Schünemann muss darüber nachdenken, wie er mit diesem Polizeipräsidenten umgeht.
Thurau wies die Vorwürfe zurück. Er habe noch in der Tatnacht eine externe Ermittlung angeordnet, sagte er der NWZ. Es gab am Tatort nichts zu verbergen.
Das Innenministerium sieht derzeit keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten des Präsidenten der Polizeidirektion Oldenburg.
